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Umbau bei der Deutschen Post: Aktuelle Pläne sehen vor, Mitarbeiter der Tochterfirma Delivery mit den Postangestellten enger zusammenarbeiten zu lassen. Gewerkschaften gehen auf die Barrikaden.

Ungleichheit Waage
© Dmitry Guzhanin / shutterstock.com

Erst kürzlich traten Angestellte der Deutschen Post DHL in einen Warnstreik, Grund war abermals der Tarifstreit zwischen dem Logistikunternehmen und der Gewerkschaft Verdi. Nun folgt der nächste Paukenschlag: Wie die Welt berichtet, plane die Deutsche Post DHL künftig eine engere Zusammenarbeit zwischen den Postangestellten, die nach den Regelungen des Haustarifvertrags arbeiten, und den Mitarbeitern der Delivery-Billig-Tochterfirmen bzw. Regionalgesellschaften. Bereits zum 01. Mai sollen die Umstrukturierungspläne in die Tat umgesetzt werden.

Gewerkschaften: Deutsche Post spekuliert auf generelle Absenkung des Lohnniveaus

Das Problem an den Umbauplänen: Künftig werden "Kollegen mit unterschiedlichen Stundenlöhnen, Wochenarbeitszeiten oder auch Pausenzeiten" an einem Standort Hand in Hand arbeiten, wie in der Welt zu lesen ist. Bisher waren die Angestellten klar getrennt, was sich sowohl über die Kleidung, Fahrzeuge als auch die unterschiedlichen Pausenräume definierte. Durch die Zusammenlegung sehen die Gewerkschaften nun einen eindeutigen Versuch der Deutschen Post DHL, die Arbeitsbedingungen aller für das Unternehmen tätigen Mitarbeiter zu verschlechtern. „Wir befürchten, dass das Lohnniveau bei der Post auf Dauer abgesenkt werden soll“, prophezeit Christina Dahlhaus, Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM.

Gleiche Arbeit, unterschiedliche Bedingungen

Die Delivery-Regionalgesellschaften wurde 2015 als Tochterfirmen der Deutschen Post DHL ins Leben gerufen. Die aktuell 10.000 Beschäftigen stellen täglich mehr als eine Million Pakete deutschlandweit zu, sind aber nicht direkt bei der Deutschen Post DHL angestellt. Dementsprechend gelten auch andere Tarife. Die Mitarbeiter werden nach den von Region zu Region unterschiedlichen Verhältnissen des Logistik- und Speditionsgewerbes entlohnt. Im Klartext heißt das: Rund Zwölf Euro Stundenlohn – durchschnittlich ein Viertel weniger als direkte Postangestellte – gepaart mit einer längeren Wochenarbeitszeit, kürzeren Pausen und geringeren Überstundenzuschlägen. Von der bislang akribischen Trennung beider Mitarbeitergruppen will die Deutsche Post nun also abrücken.

Verdi fürchtet "Anfang vom Ende der tarifvertraglichen Regelungen"

Künftig soll also ein Standortmanager alle Angestellten betreuen, egal ob Post- oder Delivery-Mitarbeiter. Dazu gehört die gemeinsame Planung von Touren, aber auch die Urlaubs- und Krankheitsvertretung. Während die Deutsche Post diesen Umbau als „Möglichkeiten der weiteren Entwicklung und Optimierung“ sieht, fürchtet Verdi darin den "Anfang vom Ende der tarifvertraglichen Regelungen der Deutschen Post AG". Die Gewerkschaft befürchtet, dass neue Mitarbeiter in Zukunft nur noch unter den schlechteren Bedingungen nach den Vorgaben Deliverys angestellt werden. Wie es in einem internen Papier heißt, soll Verdi dahin gehend schon die Planung für gemeinsame Betriebsräte angegangen sein.

 

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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