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UPS hatte vor rund zehn Monaten einen Scheck über 846.000 kanadische Dollar verloren. Der Versender versprach dem betroffenen Ehepaar, die Portokosten zu erstatten.

UPS Logo auf einem Lieferwagen
© Michael715 / Shutterstock.com

Das kanadische Ehepaar John und Lorette Taylor dürfte die denkbar schlechteste Erfahrung mit dem Logistiker UPS gemacht haben: Nachdem ihr Vater verstorben war, sollte Lorette Taylor das Erbe zwischen sich und ihren Geschwistern aufteilen. Wie CBC berichtet, hatte sie ihrem Bruder Louis Paul Herbert, der rund 440 Kilometer entfernt wohnt, einen Scheck über 846.000 kanadische Dollar geschickt – mit UPS. Den Scheck verschickte Lorette Taylor per Post, weil ihr Bankberater bei der TD Trust Bank es ihr empfohlen habe.

Ganz blauäugig seien die Taylors wohl nicht an diesen Plan herangegangen. Was, wenn der Brief verschwindet? In einem solchen Fall „müssen Sie nur ein paar Formulare ausfüllen und bekommen einen neuen Scheck“, habe der Bankberater versichert. Natürlich wurden die schlimmsten Befürchtungen wahr und UPS verlor den Brief. Die Sendung habe es zu einem Verteilzentrum nördlich von Toronto geschafft und sei dann verschwunden.

„UPS ist exzellent, aber eben nicht perfekt“

UPS habe nach dem Brief gesucht, bekräftigt Unternehmenssprecherin Nirali Raval. Doch ein Erfolg blieb aus. „UPS ist exzellent in seiner Branche, aber eben nicht perfekt“, so Raval. „Gelegentlich“ käme es zu einem Verlust. UPS habe die Versandkosten von 32 Dollar erstattet und sich bei Louis Paul Herbert „für die entstandenen Umstände“ entschuldigt. „Das ist nett von ihnen, löst aber meine Probleme nicht“, so Herbert.

Noch schlimmer erging es aber Lorette Taylor: Die TD Trust Bank verlangte eine Erklärung von ihr, dass sie lebenslang dafür hafte, wenn jemand den verlorenen Scheck illegalerweise einlöse. „Die Erklärung sagte sogar, dass – sollte mir etwas zustoßen – meine Kinder und meine Erben und mein Ehemann diese Schulden begleichen müssten“, so Lorette Taylor. „Das habe ich nicht wirklich unterschreiben wollen.“ Schließlich habe sie das aber doch getan, um ihr Geld endlich zu erhalten. Doch die Bank habe nichts ausgezahlt.

Inzwischen habe sich das Problem aber offenbar gelöst: Wie CBC berichtete, habe die TD Trust Bank das Geld inzwischen ausgezahlt. „Es ist uns klar, dass wir einige Fehlentscheidungen getroffen haben und dass es mehr gab, was wir hätten machen können“, so eine Sprecherin der Bank. Trotzdem dürfte das Erlebnis der Familie wohl lange im Gedächtnis bleiben.

 

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers


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