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Dass Amazon auch nicht davor haltmacht, die Logistik anzugreifen, ist schon längst bekannt. Doch eine aktuelle Analyse zeigt, wie aktiv das Unternehmen dort bereits ist.

Amazon Prime Truck
© Jaroslaw Kilian / Shutterstock.com

Amazon Flex, Prime Now, Amazon Fresh – das sind nur einige Projekte, die der US-Konzern gestartet hat und mit denen er immer weiter in die Logistik vorstößt. Doch daneben gibt es noch weitere Logistik-Projekte von Amazon. Logistics Viewpoints hat zusammengefasst, welche Entwicklungen sich in dem Bereich bei Amazon allein im vergangenen Jahr getan haben. Dabei zeigt sich, dass der Konzern von Jeff Bezos größere Logistik-Ambitionen verfolgt, als so manchen vielleicht klar waren.

So hat Amazon im Oktober 2017 beispielsweise die App „Relay“ gestartet. Diese richtet sich explizit an Lkw-Fahrer und soll Fahrten zu den Logistikzentren von Amazon schneller und effizienter gestalten. Die App ermöglicht es den Fahrern, ihre Fracht vor Ankunft einzugeben und das ermöglicht zum einen eine schnellere Abwicklung am Lager, aber auch die Verfolgung der Fracht durch Amazon. Damit könne das Unternehmen sich besser auf eingehende Ware einstellen, so Logistics Viewpoint.

Amazon will unabhängiger von UPS und FedEx werden

Im Februar 2017 hatte Amazon bereits angekündigt, einen Luftfracht-Hub am Cicinnati/Nothern Kentucky Airport zu errichten. Der neue Hub soll auch die Flugzeug-Flotte von Amazon beherbergen. 1,5 Milliarden Dollar soll der Konzern in den Bau investieren und damit auch 2.000 Arbeitsplätze schaffen. Damit strebe der Konzern eine größere Unabhängigkeit von UPS und FedEx an, heißt es.

Aus demselben Grund hat Amazon auch den Bereich Seefracht angegriffen. Das Unternehmen hat im Jahr 2017 damit begonnen, Warenlieferungen für seine Händler aus China abzuwickeln. Amazon reserviere Platz auf den Frachtern und übernehme auch die Zollabwicklung – damit verringert das Unternehmen letztlich auch die Gebühren, die es sonst an Logistik-Partner zahlen müsste.

493 Logistiklager, 17 Millionen Quadratmeter Fläche

Aber auch in Sachen Automatisierung in der Intralogistik habe das Unternehmen gewaltige Schritte gemacht: Im Januar 2017 verfügte Amazon noch über 45.000 Roboter, die in 20 Logistikzentren eingesetzt wurden. Heute soll das Unternehmen über knapp 100.000 Roboter verfügen. Diese werden weltweit eingesetzt. Ohnehin hat Amazon inzwischen 493 Logistikzentren und Warenlager mit einer Gesamtfläche von fast 17 Millionen Quadratmeter auf der ganzen Welt.

Auch wenn das Unternehmen mit manchen Patenten und Vorhersagen immer wieder über das Ziel hinausschießt (siehe Fliegende Logistik-Lager), zeigt diese Analyse trotzdem, mit welcher Ambition Amazon seine Logistik-Pläne verfolgt und langfristig auch den Logistikern gefährlich werden könnte.

 

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers


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