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Paketzusteller gerieten in den letzten Wochen immer stärker in den Fokus. Der Grund: Die Anzahl von gestohlenen Paketen durch die Zusteller stieg extrem an. Der Schaden dieser Verbrechen soll sich auf mehrere Zehntausend Euro belaufen.

Paketbote
© Chatchai Kritsetsakul / shutterstock.com

Ist Ihr in den letzten Monaten verschicktes Paket nicht angekommen? Es könnte Opfer eines der vielen Paketdiebstähle geworden sein. Diese haben sich besonders in Sachsen und Sachen-Anhalt in den letzten Monaten nämlich drastisch gehäuft. Alleine in Halle gab es im Jahr 2016 neun Fälle, die auf Paketdiebstähle innerhalb verschiedener Zustellfirmen hinweisen, so eine Sprecherin der Polizeidirektion Halle in einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung. Auch die Polizeidirektion in Dessau-Roßlau musste im vergangenen Jahr wegen solcher Betrügereien ermitteln. „Jedes Mal nutzte der Beschuldigte aufgrund seiner Tätigkeit als Zusteller die Möglichkeit, Warensendungen zu unterschlagen“, sagte Sprecherin Doreen Wendland.

Unternehmen geben keine offiziellen Zahlen bekannt

Eine genaue Zahl zur Schadenssumme, die durch die Langfinger entstanden ist, gibt es nicht. Experten schätzen allerdings, dass sie sich bereits jetzt auf mehrerer Zehntausend Euro beläuft. Alleine in München stahl ein Bote im Jahr 2016 mehrere Pakete im Wert von insgesamt 7000 Euro. Die Waren lagerte der Mann in seiner Wohnung.

Das es solche Diebstähle von Paketboten immer wieder gibt, bestätigt auch die Sprecherin von DHL, Tina Birke. Aber auch Hermes und DPD mussten sich in letzter Zeit verstärkt mit unehrlichen Zulieferern auseinander setzen. „Wenn jemand betrügen will, findet er immer eine Lücke“, fasst Hermes das Phänomen zusammen.

Mehrere Fälle aus dem Leipziger Umland

Alleine in und um Leipzig gab es in den letzten Monaten verstärkt Berichte über Paketdiebstähle. Erst im Juni kamen Ermittler einem DHL-Paketboten auf der Schliche, der in seiner Wohnung im Leipziger Stadtteil Grünau Dutzende Päckchen und Briefe aufbewahrte, statt sie den rechtmäßigen Besitzern zu übergeben. Im April wurde bereits ein Mann aus Zwenkau überführt, bei dem die Polizei rund 350 Sendungen und 192 lose Asservate fand (wir berichteten). In beiden Fällen handelte es sich um Angestellte einer von DHL beauftragten Transportfirma. Beide erhielten sofortiges Hausverbot.

 

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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