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Sowohl beim Stückgut als auch beim Massengut konnte der Hamburger Hafen im ersten Halbjahr 2017 nicht punkten. Der gesamte Seegüterumschlag liegt mit minus 0,2 Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. Wachstum gab es dafür in anderen Bereichen.

Vogelperspektive auf Hamburger Hafen
© Oliver Hoffmann – shutterstock.com

Deutschlands größter Universalhafen hat es gerade nicht leicht. Die Containerschifffahrt befindet sich seit Jahren in der Krise und strukturiert sich gerade um. Nachrichten, wie das die weltgrößte Reederei Møller-Maersk ein Minus von mehr als 250 Millionen Euro schreibt, überraschte sogar die Analysten.

Trotz schwierigem Umfeld stabiles Ergebnis

Unter diesen Vorzeichen sind die Zahlen des Hamburger Hafens gar nicht so schlecht, wie sie im ersten Moment erscheinen mögen. Das weiß auch Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.: „Der Hamburger Hafen hat sich im ersten Halbjahr 2017 insgesamt gut in einem schwierigen Umfeld behaupten können und weist im Vergleich zu den anderen deutschen Nordrange-Häfen ein stabiles Ergebnis auf.“

Tatsächlich hält sich der Hamburger Hafen wacker. Der Containerumschlag blieb in den ersten sechs Monaten des Jahres mit 4,45 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) auf Vorjahresniveau. Der Containerumschlag mit beladenen Boxen legte dabei um 0,3 Prozent auf 3,8 Millionen TEU zu, während der Umschlag von Leercontainern um 3,2 Prozent auf 622.000 TEU zurückging. Beim Massengutumschlag, der im ersten Halbjahr 23,5 Millionen Tonnen (+1,0 Prozent) in Hamburg ausmachte, entwickelten sich die Importe und Exporte unterschiedlich. Auf der Importseite wurde für das erste Halbjahr mit insgesamt 16,8 Millionen Tonnen ein Minus von 1,3 Prozent erreicht. Auf der Exportseite entwickelte sich der Massengutumschlag mit insgesamt 6,7 Millionen Tonnen (+7,4 Prozent) sehr stark. Insgesamt blieb der gesamte Seegüterumschlag, der die beiden Segmente Stückgut und Massengut umfasst, mit minus 0,2 Prozent knapp unter dem Vorjahresergebnis.

Ausstehende Elbvertiefung bremst den Hamburger Hafen

Der nicht-containerisierte Stückgutumschlag (großen Anlagenteilen, rollender Ladung) blieb im ersten Halbjahr mit insgesamt 720.000 Tonnen (-11,7 Prozent) weit unter dem Vorjahresergebnis. Auf der Importseite, die 271.000 Tonnen (-0,8 Prozent) erreichte, konnten wachsende Umschlagmengen bei der Einfuhr von Papier und Metallen die leichten Rückgänge bei Holz und Südfrüchten sowie Kraftfahrzeugen mengenmäßig nicht ausgleichen. Im Versand konventioneller Stückgüter, für den insgesamt 449.000 Tonnen (-17,2 Prozent) ermittelt wurden, trugen vor allem geringere Kraftfahrzeug- und Stahlexporte zum Rückgang bei.

Wie es in der Meldung des Hafen Hamburgs heißt, trägt aber vor allem die schleppend vorangehende Elbvertiefung zu dem stagnierenden Ergebnis bei. Aus Hamburger Sicht ist dies sehr bedauerlich, weil bei besseren Rahmenbedingungen eine deutlich positivere Umschlagbilanz für das erste Halbjahr möglich gewesen wäre. „Bei vollzogener Fahrrinnenanpassung können Großcontainerschiffe je Anlauf zusätzlich 1.600 und mehr Container (TEU) nach Hamburg bringen und beim Verlassen des Hafens mitnehmen“, sagt Mattern.

 

/ Geschrieben von Julia Ptock


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