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Ein Luftfracht-StartUp will die Buchung von Frachtkapazitäten bei Fluglinien optimieren – mit frischem Kapital. 

Flugzeug am Flughafen beladen
mariakray / Shutterstock.com

Reise- und Kontaktbeschränkungen sowie weitere Sicherheitsmaßnahmen im Zuge einer Eindämmung des Coronavirus führten zu insgesamt deutlich weniger Passagierflügen. Weltweit fehlen deshalb aktuell etwa 30 Prozent der Transportkapazitäten, denn Passagiermaschinen befördern rund 50 Prozent der Luftfracht als Beiladung. Bei den Airlines, darunter auch die Lufthansa oder jüngst Ryanair (wie etwa der Spiegel berichtet), führt das zu Einbußen. 

Die Cargo One GmbH (cargo.one) bietet eine digitale Plattform, bei der Logistiker Luftfrachtkapazitäten buchen und Fluglinien diese wiederum vermarkten können. Die Angebote liegen dabei in Echtzeit vor. In der aktuellen Situation gewinnt genau dieses Geschäftsmodell an Relevanz. Das Berliner StartUp will nun wachsen und sammelte dafür 18,6 Millionen US-Dollar, umgerechnet also ca. 16 Millionen Euro, von Investoren ein.  

Fluglinien setzen wegen Corona auf das Frachtgeschäft

„Da die Passagierzahlen während der Covid-19-Pandemie stark zurückgegangen sind, sind die Fluggesellschaften noch stärker auf die Fracht angewiesen. Heute fliegen nur noch etwa 20 Prozent der Großraumpassagierkapazität, und einige Passagierfluggesellschaften haben sogar Sitze entfernt, um Flugzeuge in Frachtflugzeuge umzubauen“, so Cargo One in der entsprechenden Unternehmensmeldung.

Gleichzeitig seien herkömmliche Wege, bei denen Luftfracht per E-Mail oder Telefon verkauft und gebucht werden, „fast zu einer unmöglichen Aufgabe geworden, da das Personal von zu Hause aus arbeitet“ – auch in diesem Bereich schritt daher die Einführung digitaler Tools voran. Das mache sich Cargo One nun zunutze und baue das eigene Geschäft aus. So sollen weitere 70 neue Mitarbeiter eingestellt werden, wodurch sich die Größe des Unternehmens bis Ende 2020 sogar verdreifache.

Kapitalgeber sind das Venture Capital Index Ventures mit Sitz in London und San Francisco sowie Siemens-Arm Next47, auch bereits vorher schon beteiligte Partner wie Creandum, Point Nine Capital und Lufthansa Cargo haben sich der Finanzierungsrunde erneut angeschlossen. Die Lufthansa hatte bereits Anfang Juli auf einer Branchenkonferenz angekündigt, dass sie künftig mit einer steigenden Nachfrage im Cargogeschäft rechne, weshalb man künftig verstärkt auf diesen Geschäftszweig setze. Die Lufthansa ist bereits eine der zwölf Partner-Airlines des Berliner StartUps.  

/ Geschrieben von Hanna Behn


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