Geht es nach der Deutschen Umwelthilfe, soll die Geschwindigkeit in deutschen Städten schon bald auf 30 km/h beschränkt werden.

Zone 30 Schild
SP-Photo / Shutterstock.com

Erst kürzlich kam wieder die Diskussion über ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen auf. Nun meldet sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zu Wort und fordert eine ähnliche Geschwindigkeitsbegrenzung, allerdings im Stadtgebiet. Geht es nach den Umweltschützern, so soll das Tempolimit flächendeckend auf 30 km/h heruntergesetzt werden.

„Wir fordern Tempo 30 obligatorisch für alle Stadtgebiete“, wird der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch bei Heise Online zitiert. Aktuell gibt es dahingehend in Deutschland noch einen großen Flickenteppich, vor allem in Nebenstraßen gilt eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung, nicht aber für die Hauptstraßen. „Der meiste und gefährlichste Verkehr fährt aber nicht durch die Nebenstraße“, so Resch weiter. Neben der erhöhten Verkehrssicherheit würde ein einheitliches Tempolimit von 30 km/h im Stadtgebiet außerdem zu weniger Schadstoffen, einer geringeren Lärmbelästigung und dem Ende des Schilderwaldes führen, so die Organisation zu den positiven Effekten.

Städte begrüßen Vorschlag zum Tempolimit

Zahlreiche Städte begrüßen den Vorschlag der DUH, viele Gemeinden hätten bereits vor Jahren im Stadtgebiet das Tempo auf 30 km/h herabgesetzt, allerdings nur begrenzt. So würde Hannover beispielsweise „gern auf ausgewählten Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 ausschildern, darf dies rechtlich aber nicht“, heißt es von der Stadt. Auch in Stuttgart werden nach eigenen Angaben alle rechtlichen Möglichkeiten zur Umsetzung von Geschwindigkeitsbeschränkungen ausgeschöpft.

Da es die aktuelle Straßenverkehrsordnung allerdings nicht zulässt, ein Tempolimit flächendeckend einzuführen, fordert die Deutsche Umwelthilfe dahingehend eine Änderung der Gesetzeslage. Das hat sich auch das Bündnis „Lebenswerte Städte“ zum Ziel gesetzt. Die mittlerweile rund 360 Städte, Gemeinden und Landkreise des Bündnisses fordern eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen und damit mehr Entscheidungsfreiheit bei den Tempolimits.

Gegenwind vom Verkehrsministerium

Von der Politik erhält das Vorhaben bislang allerdings wenig Unterstützung. So sei das Bundesverkehrsministerium (BMDV) zwar „offen für unterschiedliche Lösungsansätze“, wie es von einer Sprecherin zum Thema heißt. „Nicht überzeugt ist das BMDV aber von flächendeckendem Tempo 30 oder Geschwindigkeitsbeschränkungen in Durchgangsstraßen“, so das Verkehrsministerium weiter. Aktuell werden die Ergebnisse einer Länderarbeitsgruppe zum Thema Straßenverkehrsordnung geprüft.

/ Geschrieben von Corinna Flemming

Kommentare

#7 arsoy 2023-01-29 00:31
Wieder tun sich 0,01% der Bevölkerung wichtig und verbreiten solche Forderungen, die dann durch die Medien gehen und wie 70% wirken. Aber kein normaler Mensch in DE wird das haben wollen. Das macht kein Sinn.
#6 Jörg Kuhn 2023-01-03 15:12
Es mag durchaus Sinn machen manche Straßen aus Sicherheitsgrün den auf 30 km/h zu begrenzen, eine generell Restriktion verlängert Fahrzeiten und bringt erneut höhere Kosten mit sich.

Wann werden unsere Extrem Umweltschützer endlich bemerken, dass Gebäude auf Grund immer neuer Umweltauflagen bereits jetzt nicht mehr finanzierbar sind, Bürger sich wohnen fast nicht mehr leisten können, dass der Verkehr teurer und teurer wird und das wir, als Deutschland mit einem Anteil von 0,07% der Weltfläche das Klima nicht alleine retten können.

Manchen Menschen, wird auf Grund Ignoranz gegenüber Realitäten, die Tragweite Ihrer Handlungen nie klar werden. Hoffentlich wachen Sie auf bevor auch das letzte Unternehmen, wegen Ihrem Streben, nach unerfüllbaren Träumereien, den Bach runter gegangen ist.
#5 Heidemann 2023-01-03 14:03
was ist der Zweck einer Hauptstraße ?
gerade in Großstädten gibt es oft 10 parallele Nebenstraßen, die dann den selben Zweck erfüllen.
können die ...... nicht die "15 Minuten Stadt" abwarten ?
(Gefängnis like für ---- ? alle ? )
#4 gunnar 2023-01-03 12:55
es ist doch super, wenn man nicht körperlich arbeiten muß, sondern andere arbeiten läßt.
dann kann man auch sowas fordern.
da werden dann wohl die handwerker usw nicht mehr so oft aufträge in städten annehmen.
wann kann man mal wirklich noch 50km in der stadt fahren.? meistens doch schon sowieso nur noch mit 20 hinter fahrrädern usw hinterher fahren.
ist wie auf landstraßen usw, immer trecker, lkw´s miniautos mit 25 /40km, radfahrer ( obwohl es radwege gibt ) = auch meistens nur 40-80km/h .
wenn dann 80km/h kommt, fahren die noch langsamer.
heute auch 8km hinter fahrschule die 2 spurig hinter trecker mit 25km/h fuhr und keiner konnte überholen.
sowas sind dann bei firmen alles lohnkosten und dinge die alle vorherigen planungen verwerfen.
der fahrlehrer hätte dem ruhig sagen können ,, bleiben sie jetzt mal auf der rechten spur und warten sie.
#3 Jens Pässler 2023-01-03 12:41
Da hat wohl wieder jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht? Die Ergebnisse jeglicher ähnlich gelagerter Maßnahmen in der Vergangenheit haben doch bestens gezeigt, dass ein zwangs-regulier ender Eingriff, z. B. über unnötige Tempolimits, Fahrbahn-Eineng ungen oder der (an fast an Nötigung grenzende) Vorrang für ÖPNVs in den Städten, zu einem Verkehrschaos mit noch viel größerer Belastung für unsere urbane Umwelt geführt hat. Alles unter dem Deckmantel des Umweltschutzes, doch die wahren Gründe für derlei Bestreben liegen doch offenbar ganz woanders.

Lasst einfach den Verkehr in den wichtigsten Bereichen fließen! Die Autofahrer sind alle schon groß und machen das schon. Und wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält, dem gehört die Fahrerlaubnis entzogen. Eine kollektive Nötigung der Autofahrer wird diese nicht dazu bringen, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen, sondern kostet nur Zeit, Geld und Nerven.

Wer gern einen vielleicht wirksamen Anreiz schaffen möchte, dass Autofahrer (zumindest zeitweise) auf den ÖPNV umsteigen, hier mein Vorschlag:

Alle Kosten für Jahres- oder Monatskarte und/oder alle Tickets abzugsfähig machen von der Kfz-Steuer. Denn wer zahlt denn schon eine jährliche Jahr Kfz-Steuer für sein Fahrzeug und nutzt dieses dann nicht, sondern fährt Bus oder Bahn? Aber wer will schon auf Steuereinnahmen verzichten, um die Umwelt zu schonen?
#2 Gerow, Björn C. 2023-01-03 11:52
Offensichtlich wird durch die selbsternannte "Deutsche Umwelthilfe" in allen Medien erfolgreich eine weitere Kampagne gestartet, um den motorisierten Individualverke hr möglichst unattraktiv zu machen. Statt weiterer pauschaler Verbote in weiteren Lebensbereichen vermisse ich hier intelligente Lösungen, die die verschiedenen Anforderungen sachgerecht und praxistauglich verbinden. Leider werden solche Debatten in Deutschland überwiegend aus dogmatischer Sicht geführt, wie es u.a. bei den nur notdürftig verlängerten Laufzeiten der AKWs sichtbar ist.
#1 oejendorf 2023-01-03 10:10
Die DUH sollte lieber mehr für das Bruttosozialpro dukt Deutschlands tun und nicht immer rummeckern. Die Politiker aus Hannover und Stuttgart sollten ma sehr aufpassen, das sie nicht abgewählt werden. Wir brauchen im Deutschland mehr Wirtschaftsleis tung und kein Tempao 30 ! Und diese Klebeumweltschü tzer sollten man kleben bleiben, senn arbeiten tun sie ja scheinbar nicht, (Bürgergeld???) . Wind und Wetter wird sie schon beseitigen. Ich fahre jedenfalls mit 60 km/h mit meinem Elektroauto durch Hamburg.
tschüs



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