„Umbau statt Ausbau“ prangte auf einem der Banner des Bündnisses Transform LEJ, das sich gegen geplante Erweiterungen des Flughafens Leipzig/Halle einsetzt.

Protestschild „There is no Planet B“
Ink Drop / shutterstock.com

Die Auswirkungen der Klimakrise werden immer deutlicher. Während deshalb viele Unternehmen Nachhaltigkeitsstrategien verfolgen, plant der Flughafen Leipzig/Halle einen Ausbau. Umweltaktivisten finden die Pläne von Regierung und Unternehmen absurd. Am 30. Juli kam es auf dem Baugrundstück zu erneuten Protesten mit über 300 Teilnehmern, wie unter anderem der Spiegel berichtete.  

Kletterer hängen Protestbanner in Flughafenhalle auf 

„Ausbau stoppen, statt Klima killen! Komm mit deinen Freund*innen zur Demo am 30.07. am S-Bahnhof Schkeuditz um 11 Uhr“ lautete der Aufruf von Transform LEJ welchem letztlich über 300 Menschen folgten. Vom S-Bahnhof Schkeuditz aus zog sich der Protestmarsch bis zur geplanten Ausbaufläche, auf welcher unter anderem DHL 36 neue Stellplätze plant. 

Auf eben dieser Baufläche positionierten sich etwa hundert Flughafengegner mit Bannern. Weitere Banner wurden von Kletterern innerhalb der Flughafenhalle an der Decke aufgehängt. Die Aufschrift „Umbau statt Ausbau“ war darauf zu lesen. Am späteren Nachmittag bestiegen mehrere der Protesteilnehmer einen am Baugrund befindlichen Hügel.

Die Leipziger Polizei war während der Aktion vor Ort, ließ die friedlichen Protestierenden aber gewähren. Unter anderem dank der Vermittlung durch Grünen-Stadtrat und Rechtsanwalt Jürgen Kasek soll es zu keinen Verhaftungen gekommen sein, wie es bei der Leipziger Zeitung weiter heißt

Anwohner beklagen Fluglärm

Die Kritikpunkte gegen den Flughafenausbau sind mannigfaltig. So steht der Umweltschutz zwar für viele Beteiligte deutlich im Vordergrund, doch für mehrere Anwohner der Stadt Schkeuditz spielt auch die Belastung durch den Fluglärm eine entscheidende Rolle. 

So gehören zu den Forderungen der Aktivisten die Reduzierung von Frachtflügen und des damit verbundenen Lärms sowie ein generelles Verbot von Nachtflügen. Ein Ausbau des sowieso schon enormen Flughafens würde diesen Forderungen dabei deutlich entgegenstehen.

Ausbaupläne seien ein „Zeichen absurder Umweltpolitik“ 

Ronja Freitag, Sprecherin des Protestbündnisses Transformation LEJ, monierte insbesondere die Heuchelei der Politik. „Inmitten der eskalierenden Klimakrise den Flughafen auch noch auszubauen ist ein Zeichen absurder Umweltpolitik“, sagte Freitag gegenüber dem Spiegel. 

So würden sich die amtierenden Regierungsparteien zwar offiziell der Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze verschreiben und damit den globalen Temperaturanstieg bekämpfen wollen – doch sprächen ihre Taten andere Worte.

Bündnis fördert stärkere Förderung ökologischer Projekte

Die angrenzenden Bundesländer sowie die Städte Leipzig, Halle und Dresden sind direkte Anteilseigner. Laut Leipziger Zeitung flossen bis 2020 rund 1,35 Milliarden Euro Steuergelder in den Erhalt des Flughafens. Wie Carl Ahlgrimm von der Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V. gegenüber der Leipziger Zeitung anmerkt, wäre der Flughagen Halle/Leipzig nur deshalb so eine beliebte Destination für Logistikunternehmen und Co., weil er durch derlei Steuersubventionen einen massiven Wettbewerbsvorteil gegenüber Frankfurt/Main innehabe. 

Zu den Forderungen der Aktivisten gehört es auch, dass anstelle des Klimakillers Flugzeug Steuergelder lieber in ökologische Projekte und Unternehmen investiert und der Klimawandel nicht noch zusätzlich befeuert werden sollte. 

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/ Geschrieben von Ricarda Eichler




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