Beim Logistikdienstleister der Deutschen Bahn in Italien steht nach einem Drogenfund eine behördliche Überprüfung an.

DB Schenker Lkw auf Autobahn
Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com

Schenker Italiana, der italienische Ableger von DB Schenker, wurde von einem Gericht in Mailand unter Sonderverwaltung gestellt. Grund für die Maßnahme ist der Verdacht, dass eine Subfirma des Logistikers Verbindungen zur Mafiaorganisation 'Nrangheta aus Kalabrien habe, wie die Börsen-Zeitung mit Verweis auf die Deutsche Presseagentur (dpa) meldet. 

DB Schenker bestätigte demnach die Informationen. „Das behördliche Verfahren ist präventiv darauf ausgerichtet, die Nutzung oder Infiltration von Unternehmen durch externe Akteure zu verhindern“, erläuterte ein Sprecher von DB Schenker auf dpa-Anfrage. Es handele sich nicht um ein strafrechtliches Verfahren gegen Schenker Italiana oder sein Management. Man habe durch diesen Vorgang von einem Vorwurf gegen das eigene Subunternehmen erfahren und unterstütze die Behörden jetzt „in vollem Umfang“.

Ermittlungsbehörden fanden 30 Kilogramm Kokain

Der gerichtlichen Maßnahme waren zunächst Ermittlungen der zuständigen Finanzpolizei nach einem Drogenfund vorausgegangen: Im März 2020 wurden bei einer Lieferung von DB Schenker in Dover, Großbritannien, 30 Kilogramm Kokain sichergestellt. Ein Subunternehmer soll diesen Transport involviert gewesen sein. Er habe „trotz seines kriminellen Hintergrunds“ in den Jahren 2017 bis 2021 Aufträge von Schenker Italiana im Wert von 2 Millionen Euro abgewickelt. Deshalb wurde den Verantwortlichen des Logistikunternehmens „grob fahrlässiges Verhalten und fehlende Kontrollmaßnahmen“ bescheinigt, wie dpa aus Gerichtsdokumenten erfuhr.

Die Ermittlungen hatten zudem ergeben, dass die Mafia zunehmend Einfluss auf die DB-Tochter gewinnen solle. Der nun bestellte Sonderverwalter soll sicherstellen, dass dies nicht passiere. Die Verbrecherorganisation 'Nrangheta sei dafür bekannt, einer der weltweit größten Akteure im illegalen Drogenhandel zu sein. 

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/ Geschrieben von Hanna Behn




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