Angesichts der rasanten Preisentwicklung bei Diesel und Benzin werden jetzt regelmäßige statistische Übersichten zum Thema veröffentlicht. 

Tankstelle Preisboard mit hohen Benzin-, Diesel- und Kraftstoffpreisen
Jan von nebenan / Shutterstock.com

Innerhalb kurzer Zeit stiegen die Preise für Kraftstoffe deutlich an: Das Statistische Bundesamt (Destatis) verzeichnete am 20. Februar 2022, kurz vor dem Russland-Angriff auf die Ukraine, noch einen Tagesdurchschnittspreis für Diesel von etwa 1,66 Euro je Liter – einen Monat später, am 20. März, lag dieser bereits 2,16 Euro. Ähnlich stark ist der Anstieg bei den  Benzinpreisen: Für Super E5 kletterte der Preis von 1,80 auf 2,14 Euro, für Super E10 von 1,74 auf 2,09 Euro, teilt die Behörde aktuell mit. Zwischenzeitlich war das Preisniveau der einzelnen Kraftstoffe sogar noch höher.

Preisentwicklung Kraftstoffpreise an öffentlichen Tankstellen
Grafik: Statistisches Bundesamt / Destatis

Destatis wird ab sofort wöchentlich die Tagesdurchschnittspreise für Diesel, E5 und E10 veröffentlichen, diese erscheinen auf dem sogenannten Dashboard Deutschland. Auf diesem lässt sich regelmäßig zu verschiedenen Themen die Entwicklung bestimmter Indikatoren verfolgen – unter anderem solcher, die für Konjunktur und Wirtschaft maßgeblich sind. 

Statistik-Behörde beherzigt Forderung der Logistikbranche

Mit dieser regelmäßigen Veröffentlichung reagiere die Statistik-Behörde „auf den Bedarf nach aktuellen und zuverlässigen Daten zu Kraftstoffpreisen aus fachlich unabhängigen Quellen“, erklärte Dr. Georg Thiel, der Präsident des Statistischen Bundesamtes. Die Datenbasis bilden bundesweite Preismeldungen von knapp 15.000 öffentlich zugänglichen Tankstellen, diese werden von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt zur Verfügung gestellt. Die Wettbewerbsbehörde hatte sich angesichts der enormen Kostenentwicklung eingeschaltet, um die Entwicklungen zu überprüfen.

Auch wurde mit der wöchentlichen Publikation zur Spritpreisentwicklung eine Forderung der Logistikbranche erfüllt. Die Verkürzung von Monats- auf Wochenstatistiken sei notwendig, „damit die in vielen Frachtverträgen enthaltenen Preisgleitklauseln (sog. Dieselfloater) ihre dämpfende Wirkung rechtzeitig entfalten können“, argumentierte der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e. V. „Mit der wöchentlichen Veröffentlichung von Dieselpreisen hilft das Statistische Bundesamt der Logistikbranche enorm. Das war eine zentrale Forderung des BGL, die nun maßgeblich auf Betreiben von BMDV-Staatssekretär Oliver Luksic umgesetzt wurde. Damit ist eine schnellere Weitergabe der massiven Diesel-Preissteigerungen an die Auftraggeber möglich“, sagte BGL-Vorstandssprecher Prof. Dirk Engelhardt.

Um Verbraucher, teilweise aber auch Unternehmen angesichts der höheren Spritpreise zu entlasten, hatte sich die Bundesregierung auch auf ein Entlastungspaket geeinigt.  

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/ Geschrieben von Hanna Behn




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