Die Ampelkoalition erwägt mehrere Maßnahmen, um die gestiegenen Kosten fürs Tanken abzumildern. 

Auto tankt an der Tankstelle
Fahroni / Shutterstock.com

Benzin und Diesel sind deutlich teurer geworden. Während das Bundeskartellamt diese Preisentwicklung bereits unter die Lupe nimmt, wird auf politischer Ebene nach Lösungen gesucht. Aktuell soll die Bundesregierung über ein sogenanntes Mobilitätsgeld beraten, wie zunächst die Bild am Sonntag erfuhr. Mit einer Einigung zu den Entlastungsmaßnahmen werde diese Woche gerechnet.

Konkret sei geplant, dass Arbeitnehmern monatlich weniger Lohnsteuer abgezogen wird, sodass sie über ihr Netto-Monatsgehalt einen Mehrbetrag zur Verfügung haben. Der Arbeitgeber könne sich die Summe vom Staat zurückholen, indem er weniger Lohnsteuer zahlt, melden hierzu unter anderem Spiegel und Handelsblatt.  

Zahlung könnte sich am Einkommen orientieren

Dabei gebe es eine Staffelung je nach Einkommen: Bei Löhnen von bis zu 2.000 Euro soll es auf diese Weise zusätzliche 50 Euro, bei 2.001–3.500 35 Euro und von 3.001–4.000 Euro 20 Euro geben. Wer mehr verdient, erhalte keine Prämie, schreibt die FAZ. Die Zusatzzahlungen sollen zunächst auf drei Monate befristet sein. 

Am vergangenen Mittwoch, den 16. März, hatte das Bundeskabinett bereits eine Entlastung von Fernpendlern mit Arbeitsstrecken von über 20 km beschlossen. Dem Spiegel zufolge wolle man jetzt außerdem die Pendlerpauschale für alle Berufspendler von 20 auf 38 Cent für die ersten 20 km anheben. Von dieser könnten auch Pendler profitieren, die nicht mit dem Pkw zur Arbeit fahren.

Gegenentwurf zu Lindners „Tankrabatt“

Bei all diesen Maßnahmen handele es sich um Alternativen zu Christian Lindners (FDP) Vorstoß zur Einführung eines Tankrabatts: Jeder Liter Benzin oder Diesel solle dabei über einen staatlichen Zuschuss subventioniert werden. Unter anderem Gewerkschaften sowie Umweltschützer hatten den Vorschlag des amtierenden Bundesfinanzministers kritisiert.  Dieser sei vor allem „wunderbar für die Mineralölwirtschaft und die SUV-Fahrer, die auch drei Euro für den Liter Sprit zahlen könnten“ sagte laut Spiegel-Bericht DGB-Chef Reiner Hoffmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

„Von billigeren Preisen beim Tanken profitieren am stärksten Fahrer*innen von Autos, die besonders viel verbrauchen und fahren – Luxuskarossen, SUVs und Sportwagen“, zitiert Heise aus einem offenen Brief von Campact, Germanwatch, des Deutschen Naturschutzrings und des Verkehrsclubs Deutschland. Durch den Rabatt entlaste man vor allem Reiche, kritisierten die Organisationen. Sie plädierten für ein Energiegeld für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen. Einen ähnlichen Vorschlag hatten auch die Grünen eingebracht, auch die SPD sprach sich dafür aus, vor allem einkommensschwache Personen unterstützen zu wollen. Die FDP hält ein Energiegeld, dass allen Bürgern als gleicher Betrag ausgezahlt wird, indes nicht für schnell genug umsetzbar.

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/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#9 Marvin 2022-03-26 06:28
Also fassen wir mal zusammen. Bürokratisch und ungerecht. Nur weil wieder ein paar Grüne sich sorgen machen die SUV-Fahrer könnten davon profitieren, müssen jetzt alle anderen diesen Unsinn ausbaden. Mal an Selbständige, Rentner, Speditionen und Landwirte und alle die anderen die evtl. bedingt durch die hohen Spritkosten evtl. sogar Pleite gehen gedacht. Ach nein, für das Denken werden Politiker ja auch nicht bezahlt. Wenn es nicht über den Benzinpreis direkt erfolgt, dann können sie es gleich lassen. Dann bringt es nämlich nichts.
#8 Ali 2022-03-22 18:08
Einfach nur lächerlich, dass Politiker oder andere "Verbände"/Lobb yisten daraus wieder ein Riesenprojekt machen. Schaut mal in die EU-Nachbarstaat en, die innerhalb von einigen Tagen eine praxisorientier te und vor allem schnelle Lösung gefunden haben.

Irgendwann sollten wir mal auf die Straße, um zu demonstrieren.
#7 Pitti 2022-03-22 12:30
da wäre ja der Tankrabatt von Christian Lindner wohl die beste Idee. Da hätten alle etwas davon. Wäre ja auch die leichteste Methode, aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht, oder geht es doch um etwas ganz anderes?
#6 Sabine 2022-03-22 10:44
Selbständige mit Minimalumsatz und Freiberufler sowie Rentner fallen also wieder mal durchs Loch oder wie sehe ich das? Ich bin Familienpfleger in für meinen Mann und meine Mutter, fahre einen Caddy der zu einem Behindertenauto umgebaut ist (für meinen Mann) - wir bekommen dann auch nichts weil wir angeblich ein "Luxusauto" fahren? Toll.
#5 Esther Hoppe 2022-03-22 09:35
Warum muss bei uns immer alles so kompliziert gemacht werden? CO2 Steuer abschaffen, die eh schwachsinnig ist und die Steuern auf Benzin und Diesel senken! Aber nein wir müssen wieder einen riesigen Bürokratieappar at aufmachen der auch wieder viel Mehraufwand bedeutet. Es könnte so einfach sein wenn man realitätsnahe Politiker hätte.
#4 bis 2000 Euro 2022-03-22 09:23
bis 2000 euro gibt’s 50 Euro. wenn 12 Euro Mindestlohn sind ist 2000 Euro unter Mindestlohn oder?
#3 Birgit 2022-03-22 08:28
Bei Löhnen von bis zu 2.000 Euro soll es auf diese Weise zusätzliche 50 Euro

Dumm nur, dass Leute in Steuerklasse IV mit diesem Einkommen und einer Wegstrecke von 40km zur Arbeit, bereits durch die Lohnsteuerermäß igung (Pendlerpauscha le) gar keine Steuern zahlen, aber das wissen unsere Herren da oben offenbar nicht.
#2 Torsten 2022-03-22 08:24
Selbstständige fallen fallen natürlich wieder durchs Raster. Oder sehe ich das falsch?
#1 Michel 2022-03-22 08:20
Während andere Länder ganz einfach innerhalb von ein paar Tagen die MwSt. auf den Sprit senken, wird in Deutschland erstmal Wochenlang darüber diskutiert wie man die Autofahrer entlasten könnte. Das ist wieder einmal einfach nur beschämend wie unsere Regierung versagt!



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