Der Zoll hat nach seiner bundesweiten Kontrolle im Transportgewerbe rund 100 Verfahren eingeleitet, vor allem wegen illegalen Aufenthalts der Arbeitnehmer.

Zöllnerin notiert
© Zoll

Am 16. Juli führte die Abteilung Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls in ganz Deutschland eine Schwerpunktprüfung im Speditions-, Transport- und damit verbunden Logistikgewerbe durch. Jetzt hat der Zoll auf Anfrage von Logistik Watchblog erste Ergebnisse bekannt gegeben.

Über 1.000 verdächtige Fälle werden noch untersucht

Demnach haben rund 2.100 Zöllnerinnen und Zöllner in den Bundesländern rund 1.900 Arbeitgeber überprüft, wie Mechthild Bier von der Generalzolldirektion Bonn mitteilt. Dabei befragten die Kontrolleure mehr als 6.200 Personen nach ihren Arbeitsverhältnissen. Schon vor Ort leiteten die einzelnen Teams dann insgesamt 83 Strafverfahren ein. Hier lautet der häufigste Vorwurf: Illegaler Aufenthalt ohne Aufenthaltstitel bzw. ohne Pass und Ausweisersatz. Zusätzlich kam es zu 36 Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit, dabei ging es vor allem um unerlaubte Beschäftigung von ausländischen Menschen. Weitere 1.140 Fälle wiesen „Unregelmäßigkeiten“ auf, diesen werden nun weiter untersucht.

Ob Amazon bzw. Sub-Unternehmer des Online-Riesen dabei im Fokus standen, ist unklar. Der Zoll darf aus Gründen des Sozialdatenschutzes und zur Wahrung des Steuergeheimnisses keine Angaben zu betroffenen Unternehmen bzw. bei diesen aufgetretenen Fällen machen.

/ Geschrieben von Markus Gärtner