Jüngste Proteste gegen den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle könnten für einen Millionenschaden verantwortlich sein.

DHL-Flugzeug am Flughafen Leipzig/Halle
Mario Hagen / Shutterstock.com

Der Flughafen Leipzig/Halle hat sich nach Frankfurt a. M. mittlerweile zum zweitgrößten Frachtflughafen in Deutschland gemausert. Und er soll auch künftig weiter ausgebaut werden – so will die DHL das logistische Drehkreuz laut FAZ beispielsweise von 60 auf 100 Stellplätze erweitern. Ein entsprechender Ausbau dürfte allerdings auch dafür sorgen, dass gerade nachts mehr Starts und Landungen zu verzeichnen sind. 

Und genau dagegen regt sich seit geraumer Zeit Widerstand; und zwar nicht nur von den Anwohnern, sondern auch von Aktivisten – so wie am vergangenen Wochenende des 10. und 11. Juli. Während die Protestler lediglich eine Spontandemo angemeldet hatten, kämpfte die DHL schließlich mit einer Blockade, die für Störungen in den Abläufen sorgte.  

Festgenommene Protestanten inzwischen wieder frei

Insgesamt 54 Umweltaktivisten haben sich am Wochenende vor Ort zusammengefunden und gegen die Ausbaupläne des Flughafens Leipzig/Halle sowie der resultierende Lärmbelästigung protestiert. Dabei blockierten sie in der Nacht zum Samstag die Zufahrt des DHL-Logistikzentrums, sodass mehrere Lkw nicht einfahren konnten und nach einiger Zeit schließlich zu einem anderen Tor umgeleitet werden mussten.

Aufgrund des Lkw-Staus habe die DHL die Polizei informiert, die wiederum Einsatzkräfte zum Ort des Geschehens schickte. Von den 54 registrierten Protestlern hätten 52 Aussagen zur eigenen Identität verweigert, weshalb diese nach Informationen des SachsenSpiegels zur Identitätsklärung in Polizeigewahrsam kamen. Die letzten Protestler seien erst nach 34 Stunden aus dem Gewahrsam entlassen worden.

Millionenschaden und Frage nach blockierten Impfstofflieferungen 

Zwar sei die Demonstration friedlich verlaufen, allerdings führte die Blockade dazu, dass einige Maschinen erst verspätet abfliegen konnten. Wie der MDR mit Verweis auf einen Sprecher des Logistikers DHL schreibt, summiere sich der verursachte Schaden auf Millionenhöhe.

Fraglich blieb bisher offenbar, ob durch den Protest tatsächlich auch der Transport von Impfstoffen blockiert gewesen sei. Nach Informationen der Polizeidirektion Leipzig waren auch Lkw betroffen, „die mit Impfstoffen beladen waren“, wie auf Sachsen.de zu lesen. Spiegel Online gegenüber habe ein Sprecher der DHL allerdings ausdrücklich darauf hingewiesen, dass keine Impfstofflieferungen involviert waren. Zudem lasse sich demnach der entstandene Schaden „zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend benennen“, so der Sprecher weiter.

Die Polizei ermittle nun nicht nur wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht, sondern darüber hinaus auch wegen Nötigung.

/ Geschrieben von Tina Plewinski