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Das Land Niedersachsen will künftig per Video die Handynutzung am Steuer kontrollieren und ahnden. 

Handy am Steuer
Tero Vesalainen / Shutterstock.com

Mobiltelefone dürfen laut Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung während der Fahrt nicht vom jeweiligen Fahrzeugführer verwendet werden, wenn dieser es in die Hand nimmt. Um einen Missbrauch von Smartphones am Steuer zu kontrollieren, will die Polizei Niedersachsen künftig Videotechnik einsetzen.

„Wir sind von dieser Verkehrsüberwachungstechnik überzeugt und wir werden diese Technik deshalb auch zeitnah in gesamt Niedersachsen einsetzen“, wird Landespolizeipräsident Axel Brockmann am Montag in Hannover in der Braunschweiger Zeitung zitiert. Wann genau die landesweite Einführung von Videokontrollen in dem Bundesland starte, sei allerdings noch nicht bekannt. Aktuell nutze nur die Polizei Oldenburg HD-Kameratechnik, um Fahrer von Lastwagen und Transportern zu überführen und zu belehren, wenn diese während der Fahrt auf dem Handy tippen.

Fahrer sind durch Handynutzung stark abgelenkt

Die niedersächsische Polizei hatte im Jahr 2018 mehr als 30.000 Personen bei der Nutzung ihres Telefons am Steuer erwischt. Bislang werden die Unfälle durch Handynutzung im Straßenverkehr seitens des Statistischen Bundesamtes noch nicht aufgenommen, ab 2021 sollen aber auch Ablenkungen dieser Art in der Unfallursachen-Statistik registriert werden. 

Die Unfälle, die durch Ablenkungen durch Handys und andere elektronische Geräte entstehen, haben oft drastische Auswirkungen. So habe die Ablenkung durchs Smartphone wahrscheinlich den Alkohol als Hauptursache für tödliche Unfälle eingeholt, meldete die Welt im Dezember 2019

Neuauflage der Kampagne „Tippen tötet“

Wie sehr sich Fahrer von dem Handy ablenken lassen, zeigen die Ergebnisse einer Anfang Juli dieses Jahres von den Automobilclubs ADAC und ÖAMTC durchgeführte Testreihe. Demnach blickten Autofahrer, die ihr Smartphone vom Beifahrersitz nahmen und eine Nachricht lasen bzw. beantworteten, im Schnitt 14 Mal von der Straße weg und legten somit insgesamt 140 Meter auf der Straße blind zurück. Ein Drittel der Studienteilnehmer fuhr für bis zu vier Sekunden bzw. etwa für 35 Meter mit dem eigenen Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn. 

Um die Menschen stärker für die Gefahren durch die Nutzung der Geräte im Straßenverkehr zu sensibilisieren, wird im Zuge der Einführung von Videotechnik auch die Kampagne „Tippen tötet“ in Niedersachsen neu aufgelegt. „Wer am Steuer eines Pkw oder Lkw sitzt und sein Smartphone benutzt, der spielt mit seinem Leben und der spielt vor allen Dingen auch mit dem Leben der anderen Menschen“, so der niedersächsische Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). Die Kampagne richte sich dieses Mal aber nicht nur an Autofahrer, sondern alle Verkehrsteilnehmer. Entsprechende Plakate und Banner sollen künftig auch in Städten und Dörfern angebracht werden. 

 

/ Geschrieben von Hanna Behn