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Technischer Fehler oder Postunterschlagung? Weil es im Raum Wolfsburg in den vergangenen Wochen zu Unregelmäßigkeiten bei der Postzustellung kam, ermittelt jetzt die Polizei.

Briefstapel
Julia Sudnitskaya / Shutterstock.com

Seit September sollen Anwohner im Raum Wolfsburg immer wieder Probleme mit der Postzustellung haben. So soll diese nur sehr unregelmäßig stattfinden, außerdem vermissen Bewohner mehrere Sendungen. Ein Ehepaar hat deswegen nun die Staatsanwaltschaft Braunschweig eingeschaltet und einen Strafantrag wegen Postunterschlagung gegen die Deutsche Post DHL Group gestellt. „Wir haben die Ermittlungen aufgenommen“, wird der Erste Staatsanwalt Christian Wolters in den Wolfsburger Nachrichten zitiert. „Sie werden jetzt erst einmal durch die Polizei durchgeführt.“ Das Ermittlungsverfahren richtet sich allerdings nicht gegen die Deutsche Post, sondern gegen Unbekannt, wie es weiter heißt. Grund ist, dass die Staatsanwaltschaft nicht gegen Unternehmen, aber gegen Personen ermitteln kann.

Fehler oder Unterschlagung?

Ins Rollen gebracht hat das Ganze die Familie Tabrizians. Nach Angaben der Wolfsburger Nachrichten fehlten dem Ehepaar über mehrere Wochen „abonnierte Zeitschriften, wichtige Post vom Notar, mindestens drei Geburtstagsgrüße und sechs der acht Briefe, die Peter Tabrizian testweise an sich selbst adressiert und aufgegeben hatte“, so im Bericht zu lesen. Dann seien vier Testbriefe auf einmal angekommen, andere Sendungen blieben aber nach wie vor verschwunden. Eine Erklärung der Deutschen Post zu den Unregelmäßigkeiten hat das Ehepaar allerdings nicht erhalten. Nachdem der Fall an die Öffentlichkeit gelangte, meldeten sich Dutzende weitere Anwohner der Region mit ähnlichen Erfahrungen. Nun muss allerdings erstmal der Grund für die verschwundenen Sendungen geklärt werden und ob es sich tatsächlich um Postunterschlagung handelt. „Es kann auch ein technischer Fehler sein“, so der Staatsanwalt.

Allerdings schließt er nicht aus, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ausweiten. „Wenn es Parallelfälle geben sollte, die uns bekannt werden, prüfen wir auch übergreifend“, betont Christian Wolters.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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