Logo logistik Watchblog

Über 1.100 Sendungen soll ein Hermes-Bote in Brandenburg an der Havel unterschlagen und gehortet haben. Nun erklärte er sein Vorgehen vor Gericht und beteuerte, dass er sich durch die Unterschlagung nicht bereichern wollte.

Gerichtsverhandlung
Salivanchuk Semen / Shutterstock.com

Über Tausend Pakete mit einem Gesamtwert von rund 70.000 Euro hatte ein Hermes-Bote mutmaßlich unterschlagen und in verschiedenen Verstecken gehortet. Anfang des Jahres wurde der Fall des diebischen Zustellers öffentlich, jetzt hat sich der 35-Jährige vor Gericht zu den genauen Umständen geäußert. Angeklagt wurde er in mehr als 60 Fällen, darunter wegen Unterschlagung von 922 Sendungen.

Angeklagter wollte Sendungen im Nachgang zustellen

Über Monate soll der Bote die Pakete unterschlagen haben, ohne dass der KEP-Dienstleister dies mitbekam. Vor Gericht erklärte er jetzt sein Vorgehen: Er fälschte schlichtweg die Unterschriften der Empfänger und scannte die Pakete als „zugestellt“ ein. Kam es im Nachhinein doch vereinzelt zu Beschwerden, nahm der Angeklagte die Pakete wieder mit zur Arbeit, erfand vor seinen Vorgesetzten Ausflüchte und nahm die Sendungen anschließend erneut auf seine Zustell-Route mit.

Von den über 1.100 Paketen waren Polizeiangaben 10 bis 20 Prozent geöffnet. Neben Kleidung kam auch Spielzeug und Wein zum Vorschein. Allerdings wollte der Angeklagte keinen Nutzen aus der Aktion ziehen, wie er vor Gericht beteuert. „Ich wollte mich nicht bereichern, wusste nur nicht mehr, wohin damit“, wird er bei maz-online.de zitiert. Weiter behauptete er, er wollte die Sendungen im Nachgang noch zustellen, in seinem Urlaub oder an den Wochenenden. „Ich wollte sie noch ausfahren, habe es aber nicht geschafft“, so der Paketsammler. Stattdessen hätte er „an den Wochenenden doch lieber geschlafen oder sich um seine Kinder gekümmert“, wie das Portal weiter schreibt.

Personalnot beim Unternehmen

Warum der Kurierfahrer über einen so langen Zeitraum Pakete unterschlagen konnte, lag wohl am akuten Personalmangel beim Dienstleister. Trotz zunehmender Kundenbeschwerden, Verspätungen und Lügen konnte er seine Tätigkeit als Zusteller fortsetzen, bis sein Paketbetrug schließlich aufflog. Zusätzlich wurden noch Drogen in seinem Transporter gefunden. Das Urteil wird wohl in einer Woche fallen.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Anchor Top