Mit City2City muss das erste Unternehmen in der noch jungen Fernbus-Branche seine Pforten schließen. Das Unternehmen beklagt den harten Preiskampf und die andauernd herausfordernden Marktbedingungen.

ADAC Postbus
© Bonho1962 - CCO

Obwohl die Fernbusbranche in Deutschland noch sehr jung ist und ihr viel Potential zugesagt wird, muss jetzt der erste Anbieter schließen. Das Unternehmen City2City stellt seinen Betrieb ein. Der Anbieter von Fernreisen mit dem Bus gehörte zu den größten Unternehmen der Branche in Deutschland. Was ist passiert?

Der Markt wird sich selbst bereinigen, sagen Experten

Zuletzt bediente City2City zwei Fernbus-Linien in Deutschland. Zum Vergleich: Der Marktführer Meinfernbus bietet in Deutschland über 80 verschiedene Linien an, die er mit seinen Bussen bedient. Der Markt für Fernbusse wurde in Deutschland am 1. Januar 2013 durch die Aufhebung des Monopols der Deutschen Bahn auf Fernreisen erst ermöglicht. Seitdem sind immer mehr Unternehmen in die Branche eingestiegen, u.a. zum Beispiel auch der ADAC und die Deutsche Post mit ihren gelben ADAC-Postbussen.


Und obwohl der Markt noch jung ist und die Nachfrage nach Fernbus-Reisen offenbar immer weiter ansteigt, wird das Unternehmen City2City zum 13. Oktober seinen Betrieb einstellen. Als Grund nannte City2City "andauernd herausfordernden Marktbedingungen". City2City gehört zum britischen Verkehrsunternehmen National Express.


Nach all der Euphorie über die Fernbusbranche, bekommt man jetzt durch die Aufgabe des ersten Unternehmens den Eindruck, dass doch nicht alles so positiv in der jungen Fernbusbranche zu sein scheint. City2City prophezeit indes künftig noch weitere Schließungen: „Wir gehen davon aus, dass wir das erste, aber sicherlich nicht das letzte Unternehmen sind, das den Betrieb einstellen wird.“


Die Branche verdoppelt den Umsatz bis 2016

Und dabei hat die Deutsche Bahn, als größter direkter Konkurrent der Fernbusse erst kürzlich eingestanden, dass sie durch die Fernbusse mit erhöhten Umsatzeinbußen rechnet. Die Deutsche Bahn sagt der Fernbusbranche in Deutschland bis 2016 eine Umsatzverdopplung voraus. Bahn-Vorstand Ulrich Homburg sagte vor kurzem für die Fernbusbranche in diesem Jahr einen Gesamtumsatz von bis zu 200 Millionen Euro voraus. Seiner Meinung nach werde der Umsatz im Jahr 2016 dann bei bis zu 400 Millionen Euro liegen. Auch die Deutsche Bahn mischt mit seinen Buslinien IC Bus und BerlinLinienBus in der jungen Branche mit. Dennoch gab der Bahn-Vorstand zu, dass man die Geschwindigkeit der Entwicklung unterschätzt habe.


Eines der Hauptprobleme dürfte im Moment bei dem harten Preiswettbewerb der Anbieter untereinander liegen. Experten schätzen, dass im Moment die wenigsten der Fernbus-Betreiber in Deutschland deshalb schwarze Zahlen schreiben. Das bestätigte auch City2City: Sie sind der Meinung, dass sich in Deutschland wegen der harten Marktbedingungen kein profitables Geschäftsmodell etablieren lasse.


In Zukunft dürfte die Situation gerade für die kleineren Fernbus-Unternehmen härter werden, wenn kapitalstarke Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder die Deutsche Post noch mehr Geld in die Branche investieren. Die Post hat bereits begonnen, neue Fernbuslinien anzubieten und die Deutsche Bahn wird erstmals die Preise für ihre ICEs und ICs bewusst nicht anheben.

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta




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