Es ist viel los in der Logistik: Amazon baut neue Logistikimmobilien in Ost- und Südeuropa, Die Bahn will Packstationen an Bahnhöfen aufstellen, das EU-Gericht zieht sein Verbot eines Zusammenschlusses von TNT und UPS zurück, im US-Bundesstaat Virginia sind Lieferroboter jetzt legal und die österreichische Post baut ihre innovativen Zustellmodelle aus.

Bahnhof Stuttgart

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Neue Logistikimmobilien von Amazon

Amazon hat gleich zwei neue Logistikimmobilien in Europa angekündigt. Im slowakischen Sered, etwa 120 Kilometer von Wien entfernt, soll noch 2017 ein neues Retourenzentrum mit 60.000 Quadratmeter Nutzfläche eröffnet werden. Dieses soll den ganzen europäischen Markt bedienen. Die Eröffnung ist für das dritte Quartal geplant, mittelfristig will man 1.000 Mitarbeiter einstellen, auch wenn das laut Logistik-Heute nicht so einfach wird. In Italien entsteht, laut Verkehrsrundschau, unterdessen ein neues Verteilzentrum. Dies soll ebenfalls im Herbst mit ebenfalls 60.000 Quadratmeter in Passo Corese nahe Rom in Betrieb gehen. Das Zentrum ist für Zustellungen in Mittel- und Süditalien gedacht und soll 150 Millionen Euro kosten.

Deutsche Bahn: Paket-Abholstationen an Bahnhöfen

Die Deutsche Bahn hat auf der internationalen Tourismus-Börse Berlin (ITB) die DB Bahnhofsbox vorgestellt. Die Abholstation für Online-Einkäufe soll dank entsprechender Kühlfächer auch gekühlte und wärmeempfindliche Lebensmittel lagern können. Zunächst ist dafür eine Kooperation mit Edeka geplant. Die Bahnhofsbox soll eine „offene Übergabe-Plattform“ sein. „So kann die Box beispielsweise auch zur Übergabe von Kleidung durch Reinigungen oder zur Hinterlegung von Schlüsseln für Mietwagen und Ferienwohnungen genutzt werden“, so das Unternehmen. Das Pilotprojekt wird vorerst in Berlin und Stuttgart getestet. In Stuttgart sollen die ersten Abholstationen Ende März, im Berliner Ostbahnhof Ende April aufgestellt werden.

TNT und UPS: EU-Gericht kippt Fusionsentscheidung

2013 lehnte die EU-Kommission den Zusammenschluss zwischen TNT und UPS ab. Es sei eine Preissteigerung zulasten der Kunden zu erwarten. Das EU-Gericht hat die Entscheidung nun gekippt, wie das Handelsblatt meldet. Die EU-Kommission hätte damals Verteidigungsrechte von UPS missachtet. Dem Unternehmen hätte mitgeteilt werden müssen, welches Analysemodell für die Entscheidung zugrunde gelegt wird. Die Kommission hat sich zu dem Urteil zunächst nicht geäußert.

Virginia erlaubt Lieferroboter

Ab dem ersten Juli ist es im US-Bundesstaat Virginia erlaubt, dass Lieferoboter Gehwege und Straßenübergänge benutzen. Die Roboter dürfen dabei nicht schneller als zehn Meilen pro Stunde fahren und dürfen maximal 50 Pfund wiegen, so Engadget. Die Werte wurden auf Empfehlung von Starship Technologies festgelegt. Zwar können die Roboter somit vollautonom fahren, das Gesetz schreibt allerdings vor, dass die jeweilige Lieferfirma via Kameraüberwachung zum Beispiel jederzeit ein Auge auf den Roboter haben muss. Einzelne Gemeinden können das Gesetz für sich allerdings anpassen oder ganz kippen, falls es auf den Straßen zu gefährlich werden sollte.

Österreicher Post baut innovative Zustellmodelle aus

Die österreichische Post will 2017 weiter an Kundenorientierung und Servicequalität arbeiten.  So kann man Rücksendungen nun etwa direkt dem Zusteller übergeben oder in einer von 3.600 Service-Stellen abgeben. Zudem werden die Selbstbedienungs-Services ausgeweitet. Es gibt dafür bereits 335 Selbstbedienungszonen, in denen der Kunde unabhängig von etwaigen Öffnungszeiten Briefe und Pakete abgeben kann. Zwei Drittel davon sind bereits mit Abholstationen für Pakete ausgestattet. Etwa 18.000 Empfangsboxen in Wohnanlagen sorgen dafür, dass Pakete direkt an der Haustür abgegeben werden können und die Flexibox, die man ähnlich wie den PakSafe in Deutschland an der Tür befestigen kann, wird bei den Kunden ebenfalls stets beliebter.

 

/ Geschrieben von Christoph Pech




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