Gemeinsam mit dem Hamburger StartUp Traceless hat Versandhändler Otto einen Pilottest mit kompostierbaren Versandtüten gestartet.

Otto-Versandtüte von traceless OTTO-Versandtüte von traceless © Otto
Otto-Versandtüte von traceless © Otto

Im Kampf gegen den Verpackungsmüll setzt der Versandhändler Otto jetzt auf vollständig kompostierbare, biologisch abbaubare Versandtüten. Diese bestehen aus Graspapier und einem biobasierten Plastikersatz, welcher aus Pflanzenabfall hergestellt wurde und innerhalb von zwei Wochen vollständig abbaubar ist. Gemeinsam mit dem Hamburger StartUp Traceless wurden die Versandtaschen entwickelt und werden jetzt in einem bundesweiten Pilotprojekt auf dessen Alltagstauglichkeit getestet. 5.000 von den neuartigen kompostierbaren Tüten werden in den kommenden Wochen an Kunden geschickt, die im Online-Shop von Otto eine Bestellung aufgeben. Die Versandtaschen werden vor allem für die Zustellung von Textilien sowie robusten Kleinartikeln, wie Staubsaugerbeutel oder Rasierklingen verwendet.

„Durch das Material unterscheiden sich die Tüten optisch sehr von unseren bisherigen: sie glänzen stark und die Graspapier-Textur ist deutlich zu erkennen“, erklärt Karla Jabben, Verpackungsexpertin im Otto-Nachhaltigkeitsteam. „Die Kund*innen wissen im Vorfeld natürlich nicht, dass sie eine traceless-Tüte zugesandt bekommen. Wir wollen auf den Überraschungseffekt setzen, um ehrliches Feedback zu erhalten.“ Mehrkosten und Nachteile sollen für Kunden, welche die Versandtüten im Zuge des Pilotprojektes erhalten, nicht entstehen.

Weniger Müll, geringere Transportemissionen

In den vergangenen Monaten haben Otto und Traceless gemeinsam an den Versandtaschen gearbeitet und diese immer wieder verbessert. Die Anforderungen waren nach Angaben des Unternehmens hoch: Zusätzlich zur Eigenschaft, dass sie komplett biologisch abbaubar sind, müssen die Tüten auch blickdicht, wasserbeständig und reißfest sein. „Weitere Punkte sind die Förderfähigkeit auf den technischen Anlagen und wenn sie dann heil bei den Kund*innen angekommen ist, ob sie sich leicht öffnen, und im Falle einer Retoure, natürlich auch wieder verschließen lässt“, erklärt Karla Jabben weiter.

Mit dem Pilottest will Otto allen voran den Fokus auf Nachhaltigkeit setzen. Nicht nur reduzieren die neuartigen Versandtaschen – im Vergleich zu Kartons oder Versandtaschen aus Plastik – den Verpackungsmüll, ideal eingesetzt, befindet sich möglichst wenig Luft in der Tüte, sodass sich der verfügbare Stauraum in den Zustellfahrzeugen effizient nutzen lässt und somit Transportemissionen gesenkt werden.

Teil des Tests ist eine begleitende Umfrage an die Kunden, um herauszufinden, wie die neuartige Versandtasche ankommt. Otto erhofft sich daraus Erkenntnisse, um diese weiterzuentwickeln. „Wir möchten gerne weiterhin mit dem Team von traceless zusammenarbeiten und das Produkt vorantreiben. Wir müssen aber auch sagen: bis die Tüten fertig entwickelt sind, ist es noch ein langer Weg“, betont die Verpackungsexpertin.

/ Geschrieben von Corinna Flemming




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