Sollte das Tempolimit auf den deutschen Autobahnen eingeführt werden? Laut dem Bundesumweltamt könnten damit jedenfalls Unmengen an Sprit eingespart werden.

130 km/h tempolimit
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Die Fahrt an die Tankstelle dürfte den deutschen Autofahrern aktuell wenig Freude bereiten. Nach dem Ende des Tankrabatts sind die Preise für Diesel und Benzin wieder in die Höhe geschnellt, eine baldige Besserung ist nicht in Sicht. Wie sich ganz leicht eine große Menge an Sprit sparen lässt, zeigt jetzt das Bundesumweltamt anhand einer neuen Berechnung. Der Vorschlag dürfte allerdings nicht jedem gefallen: ein Tempolimit.

Bereits seit Jahren wird über eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf deutschen Autobahnen diskutiert. Während es in anderen Ländern normal ist, dass Autofahrer sich an Tempolimits auf den Autobahnen halten müssen, sträuben sich viele Deutsche nach wie vor vehement gegen eine solche Begrenzung. 

Nicht nur der Geldbeutel, auch die Umwelt würde sich freuen

Dabei ließe sich in der aktuellen Energiekrise mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung ganz leicht Sprit sparen. Die Rechnung ist einfach: Je schneller ein Auto fährt, desto höher ist auch der Spritverbrauch. Laut dem Bundesverkehrsministerium wurden im Jahr 2020 knapp 24 Milliarden Liter Benzin und etwas mehr als 18 Milliarden Liter Diesel verbraucht, wie das Portal ingenieur.de schreibt. Mit einem Tempolimit von 130 km/h könnte Deutschland davon 600 Millionen Liter Sprit sparen, bei 120 km/h wären es sogar 800 Millionen Liter Ersparnis. Folgt Deutschland dem Beispiel von den Niederlanden oder Norwegen, wo nur 100 km/h auf den Autobahnen erlaubt sind, könnte es im Jahr eine Spritersparnis von 1,7 Milliarden Liter geben.

Das Tempolimit wäre also nicht nur eine gute Nachricht für den Geldbeutel, auch der Umwelt könnten Autofahrer mit etwas weniger Gas etwas Gutes tun. Wie das Umweltbundesamt errechnet hat, ließen sich bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h bereits 1,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Aktuell werden jährlich 30,5 Millionen Tonnen CO2 von Autos abgegeben.

Dass die Deutschen einem Tempolimit gar nicht so sehr abgeneigt gegenüberstehen, zeigt auch eine Studie aus dem Jahr 2020. Damals gaben 64 Prozent der Befragten an, „auf jeden Fall“ oder „eher“ für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen zu stimmen. Lediglich 36 Prozent zeigten sich dem Vorschlag deutlich abgeneigt.

/ Geschrieben von Corinna Flemming

Kommentare

#4 Frieder 2022-09-28 10:45
Ist Augenwischerei, denn von den 18 Milliarden Liter Diesel geht der überwiegende Teil auf LKW und Busse, die eh nicht so schnell fahren. Zudem wird das immer auf das gesamte Autobahn Netz hoch gerechnet und davon sind kein 30% mehr ohne Beschränkung.
Die wirkliche Ersparnis liegt real bei max. 10% der angesetzten Zahlen, bringt aber die schon genannten Nachteile dazu. Fakt ist auch, das viele Auto Nutzer so selten schnell fahren, das diese bei 180 oder mehr in Stress geraten, Situationen falsch einschätzen, den Verkehrsfluss stören. Die meisten Staus gehen auf erschrockene Bremser zurück "Huch, der war doch eben noch nicht da, also ich vor einer halben Stunde zum letzten mal in den Rückspiegel geschaut habe". ... Wenn 120 oder 130 dann muss gleichzeitig das rechts Überholverbot fallen. Sonst steht es nur noch. Funktioniert in den USA mit 65-75 Meilen (100-120 km/h) hervorragend. Wenn jeder weiß das auch rechts jemand schneller sein kann und er verpflichtet ist darauf Rücksicht zu nehmen, steigt die Aufmerksamkeit immens.
#3 Frank Dahms 2022-09-26 16:00
Spritsparen wäre für die Verbraucher gut, aber die Regierung wird kein Interesse haben, da weniger Mineralölsteuer eingenommen würde. Hier würde ein Volksentscheid helfen.
#2 Robert 2022-09-26 10:24
Hi Gunnar,
wo Du recht hast, hast Du recht. Freut mich, dass 130 für dich o.k.wären.
Habe gerade eine längere Reise auf der Autobahn hinter mir und festgestellt, dass 130 prima läuft... und auch stressfreier... . wenn dann andere noch mitmachen wäre es ohne Stress.
Mit den "vielen kleinen Speditionen" meinst Du möglicherweise die "Sprinter" Fraktion.
Da liegt das Problem aber bei der Ausbeutung von Sub-Sub-Sub-Unternehmern!
Gruß
#1 gunnar 2022-09-26 08:36
was würde man täglich sparen, wenn man bei 1000km fahrt nicht 100km im stau stecken würde.
die meisten baustellen könnten 24std bedient werden und dadurch die zeit der baustelle um mehr als 80% verkürzen.
aber staus sind bei baustellen für den staat ja ein gutes mittel, mit dem sinnlos vergeudeten sprit steuern zu generieren, die teils die baustellen finanzieren.
und wie wenig strecken kann man noch gas geben.?
so gut wie nirgendwo.
viele kleine speditionen bräuchten noch mehr stunden um das ziel zu erreichen, was alles noch teurer macht.
dazu schlafen mehr bei tempo 110 oder 120 ein.
viele werden mit ihren 80kmh auf der autobahn mutig und fahren 3m vor einem schnell links rüber, da sie denken, 40kmh braucht ja nur 2m zum bremsen.
130km wäre noch ok, dann sollten aber fahrzeuge unter 100km auch absolutes rechtsfahrgebot haben.



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