Deutsche Verbraucher benötigen bei der Paketzustellung aktuell viel Geduld. Laut einer neuen Studie kommen Sendungen erheblich verspätet an.

Paketbote an Tür
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Bei der Paketzustellung kommt es hierzulande derzeit zu erheblichen Verzögerungen. Laut einer aktuellen Studie von Sendcloud, einer europäischen Versandplattform, kamen in den vergangenen drei Monaten Sendungen viel zu spät an. Bei insgesamt 43,5 Prozent der gut 1.000 befragten deutschen Verbraucher benötigten die Pakete länger als angegeben. Rund 20 Prozent mussten nur einen Tag länger als angegeben warten. In rund vier Prozent der Fälle gab es allerdings auch Verzögerungen von mehr als fünf Tagen.

Wie die Ergebnisse der Befragung zeigten, wurde nur gut die Hälfte der Paketempfänger über die Verspätung auch tatsächlich informiert.

Branche leidet unter Personalmangel

Insgesamt zeigen sich die deutschen Verbraucher mit den Zustellungen derzeit eher unzufrieden. Mit 67 Prozent haben zwei Drittel der Studienteilnehmer in den vergangenen drei Monaten negative Erfahrungen mit Lieferungen gemacht. Der Großteil davon fällt auf die viel zu späten Zustellungen, aber auch die Lieferung der bestellten Ware zu anderen Zeiten als angegeben (22 Prozent) sowie die Ablage an einem unsicheren Ort (16 Prozent) ist vielen deutschen Online-Shoppern derzeit ein Dorn im Auge.

Einer der Gründe für die vielen Verspätungen könnte die akute Personalknappheit in der Branche sein. Das, gepaart mit dem Aufwärtstrend im Online-Handel – laut der Sendcloud-Studie haben 60 Prozent der Verbraucher im ersten Halbjahr 2022 deutlich mehr online geshoppt als zuvor –, stellt die Logistik-Branche aktuell vor große Herausforderungen.

Zusammenarbeit mit mehreren Lieferdiensten 

Dass sich die Lage im Herbst entspannen wird, davon gehen die Experten von Sendcloud nicht aus. Ganz im Gegenteil wird mit dem beginnenden Weihnachtsgeschäft ein erhöhtes Paketaufkommen erwartet.

„Wie in vielen anderen Branchen auch, sind Paketzusteller durch Personalknappheit mit einer hohen Arbeitsbelastung konfrontiert. Wir raten Online-Händler*innen daher, mit mehreren Spediteuren zusammenzuarbeiten, damit sie bei Engpässen in den Lieferketten auf alternative Versandnetzwerke ausweichen können“, so der Appell von Sabi Tolou, CCO & Co-Founder von Sendcloud. 

/ Geschrieben von Corinna Flemming

Kommentare

#2 H.S 2022-09-14 14:13
Jeder weiß doch welche Folgen die verspätete Zustellung ( verursacht durch den Paketdienst) bei Amazon für den Händler drohen! Das hilft auch die Kirche nicht!
Als richtig unverschämt finden wir das dann zusätzlich im Weihnachtsgesch äft auch noch die sogenannten Peak Zuschläge verlangt werden. Von den Zuschlägen kommt nichts bei den Zustellern an. Einfach nur traurig.
#1 Dirk 2022-09-14 10:56
Auch wenn ich solche Verbraucherbefr agungen nicht überbewerten würde (nicht selten verdrängt hier in der Erinnerung nur 1 Negativerlebnis die 99 anderen, problemlosen und schnellen Zustellungen), so weist auch der DHL-Versandmoni tor im Jahresvergleich einen stetigen Abwärtstrend aus:

Wurden 2018 noch 93,2 % aller Pakete am nächsten Werktag zugestellt (99,2 % innerhalb von 2 Tagen),
so waren es 2021 nur noch 90,0 % und 2022 (Jan-Aug) sogar nur 88,8% (98,9% innerhalb von 2 Tagen) - und die Hochphase (Black Friday, Weihnachten) steht ja noch aus...

Allerdings bedeutet das im Schnitt immer noch eine durchschnittlic he Zustellzeit von nur 1,11 Tagen für DHL-Pakete - und ich bin der Meinung - als Konsument und als Onlinehändler - damit kann man echt leben.

Man sollte die Kirche also - wie so oft - besser im Dorf lassen, als sich künstlich aufzuregen.



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