In den Containerhäfen auf der ganzen Welt stauen sich derzeit vermehrt Schiffe, um ihre Fracht loszuwerden.

Containerschiff
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Wie aus einer IfW-Berechnungen hervorgeht, sollen aktuell weltweit elf Prozent der verschifften Waren in Staus feststecken. Am gravierendsten ist die Lage in der Nordsee. „Deutlich über 2 Prozent der globalen Frachtkapazität steht dort still und kann weder be- noch entladen werden“, wie es in der Mitteilung des Instituts für Weltwirtschaft heißt. Die Verzögerung hat auch in der Deutschen Bucht in den letzten Wochen zugenommen. Alleine dort warten 19 Containerschiffe darauf, ihre Waren abladen zu können. Das sind zwei mehr als noch vor 14 Tagen.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist der internationale Containerschiffsverkehr, eine der „Lebensadern des Welthandels“, erheblich aus dem Takt geraten. Immer wieder wurde der Warenverkehr durch verschiedene Faktoren gestört: Lockdowns, die Blockade im Suezkanal oder der Streik der Beschäftigten des größten britischen Containerhafen in Felixstowe.

Kaum Erholung in Sicht

Auch in den USA, besonders am wichtigen Containerhafen Savannah, bilden sich derzeit lange Warteschlangen. In China wiederum lässt sich ein zyklisch bedingter Rücklauf der Staus erkennen. 

Dass sich die Situation schnell wieder bessern wird, davon geht Vincent Stamer, Leiter des Kiel Trade Indicator vorerst nicht aus. „Zwar sind die Frachtraten im Seehandel von Asien nach Nordeuropa bzw. zur Westküste Nordamerikas seit Beginn des Jahres von je über 14.000 US-Dollar pro Container auf etwa 4.000 bzw. 8.000 US-Dollar gefallen. Die Staus verhindern jedoch eine Rückkehr zu Werten vor der Pandemie. Die hohen Transportkosten erschweren so eine weitere Erholung des globalen Handels“, so Stamer.

/ Geschrieben von Corinna Flemming




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