Die seit Monaten anhaltenden Störungen in den globalen Lieferketten führen, verstärkt durch den Ukraine-Krieg und den Lockdown in China, jetzt an hiesigen Häfen zu mehr Problemen.

Terminal am Hamburger Hafen bei Nacht
Terminal am Hamburger Hafen | Bild: nitpicker / Shutterstock.com

Schiffsverspätungen sowie der Fahrermangel spitzen die Situation am Hamburger Hafen zu. So richtet sich der Hafenkonzern Hamburger Hafen und Logistik (HHLA) aktuell auf längere Störungen und Verzögerungen im Containerverkehr ein, wie das Manager Magazin meldet.

Aufgrund von Kapazitäts- und Personalengpässen kommt es an hiesigen Häfen zu Verzögerungen in der Abfertigung. Durch die Probleme in den Lieferketten sind die Fahrpläne durcheinander geraten. Ladungen werden teils zu früh oder zu spät angeliefert. Frachter würden zudem nicht alle Container mitnehmen, sodass sich diese dann an den Terminals stapeln. „Die Folgen sind Containerboxen, die das System verstopfen und den Umschlagbetrieb bremsen“, erläuterte HHLA-Chefin Angela Titzrath zur gegenwärtigen Situation in der Hauptversammlung des Hamburger Hafenkonzerns am Donnerstag. Der Fahrermangel verschärfe das Problem: Wegen des Krieges fehlen immer mehr Lkw-Fahrer – über 100.000. Dadurch sind Kapazitäten knapp und Kosten steigen. 

HHLA-Chefin fordert bessere Koordination der Logistiker

Angesichts der heikleren Lage im Hafen forderte die HHLA-Konzernchefin Reedereien, Speditionen, die Bahn, Auftraggeber sowie Behörden auf, sich aktuell besser abzustimmen – statt die Lage gar für eigene Interessen ausnutzen. Sie alle hätten Verantwortung und müssen sich dieser bewusst sein. „Eine Produktion just in time zeigt Risiken. Und Volatilität braucht Flexibilität von allen“, erklärte sie. 

Die Prognose für das eigene Geschäft behält HHLA aber auch trotz der widrigen Umstände bei: Das operative Ergebnis (Ebit) soll zwischen 175 und 210 Millionen Euro und damit etwas unterhalb des Vorjahresergebnisses von 228 Millionen Euro liegen. Umsätze sowie Containerumschläge sollen moderat wachsen, unter anderem durch höhere Lagergebühren für Container.

Untersuchungen der Logistikimmobilienberaterfirma Logivest ergaben indes kürzlich, dass die knappen Stellflächen an den deutschen Häfen auch ein „hausgemachtes“ Problem seien. Oftmals werde sich bei Neubauaktivitäten in den Häfen auf Immobilien beschränkt, während nicht benötigte Flächen u. a. für neue Wohngebiete bereitgestellt würden. „Damit schneiden sich die Häfen oft ins eigene Fleisch“, erklärte die Immobilienberatung.

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/ Geschrieben von Hanna Behn




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