Das 9-Euro-Ticket, mit dem Busse und Bahnen in den Monaten Juni, Juli und August günstiger genutzt werden können, ist ein Verkaufsschlager.

Fahrkarten-Automat der Deutschen Bahn
Filmbildfabrik / Shutterstock.com

Der Run auf das verbilligte Nahverkehrsticket, das nun drei Monate lang für je 9 Euro monatlich erworben werden kann, ist groß: Wie die Deutsche Bahn und die Verkehrsverbünde melden, begann der Vorverkauf der Fahrkarten am Montag. Bereits in den frühen Morgenstunden habe man allein über die digitalen Kanäle der Bahn 50.000 Tickets verkauft, die Website sei sogar immer wieder überlastet gewesen, heißt es in der FAZ

Laut Tagesschau kam die Bahn in den ersten Stunden des Vorverkaufs auf über 200.000 verkaufte 9-Euro-Tickets –  ein „historisch großer Zugriff auf unsere Vertriebssysteme“, sagte demnach DB-Regio-Chef Jörg Sandvoß. Mit dem Ticket können alle Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs, sowohl von der Deutschen Bahn als auch anderen regionalen Verkehrsanbietern genutzt werden. 

Update: Wie die Bahn am späten Nachmittag des 24. Mai Onvista zufolge bestätigte, wurden von Montag bis Dienstag mehr als eine Million der Tickets verkauft. Die Last auf den Servern sei weiter hoch, Fehlermeldungen beim Kauf auf digitalen Portalen seien deshalb weiterhin nicht ausgeschlossen.

Bahn erhöht die Kapazitäten

Die Nachfrage nach dem Ticket wurde bereits vorab als hoch eingestuft. Entsprechend reagiert die Deutsche Bahn darauf mit dem Ausbau der Kapazitäten im Regionalverkehr. „Für die zu erwartende steigende Zahl von Fahrgästen ab dem 1. Juni lässt DB Regio über 50 zusätzliche Züge rollen“, erklärte der Konzern. Dadurch sollen 250 zusätzliche Fahrten realisiert werden sowie 60.000 weitere Sitzplätze zur Verfügung stehen. Die Zusatzzüge wolle man insbesondere auf Strecken einsetzen, die zu touristisch beliebten Zielen führen. Man setzte neben Zügen auch mehr Busse sowie Personal ein, dennoch könne beispielsweise die Mitnahme von Fahrrädern nicht in jedem Falle garantiert werden, räumte Sandvoß ein.

Bundestag und Bundesrat hatten dem günstigen Ticket als Entlastung für die hohen Sprit- und Energiekosten vergangene Woche zugestimmt. Als langfristiges Ziel der Maßnahme gelte es auch, die Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel zu erhöhen. An der Finanzierung des 9-Euro-Tickets kam deshalb immer wieder Kritik auf. Der öffentliche Personennahverkehr müsse vor allem langfristig mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden, forderten die Regierungsverantwortlichen mehrerer Bundesländer.

Verkehrsforscher gehen indes nicht von einem nachhaltigen Effekt für den ÖPNV aus, wie Heise meldet. „Für eine langfristige Verlagerung der Verkehrsströme brauchen wir nicht nur günstige Preise und vor allem keine begrenzte Rabattaktion. Wir brauchen mehr Fahrten, eine bessere Taktung, mehr Haltestellen und kurze Zugangswege“, sagte demnach Christian Winkler vom Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR). Damit sich neue Nutzungen tatsächlich etablieren könnten, müsste es die Aktion ein Jahr lang geben.

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/ Geschrieben von Hanna Behn




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