Die Pandemie hat die Lagerlogistik im vergangenen Jahr nachhaltig verändert, zeigt eine Untersuchung.

Logistiklager
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Die anhaltenden Störungen in den globalen Lieferketten veranlassen Firmen dazu, mehr einzulagern – bei steigenden Kosten, zeigt eine Lagerkennzahlen-Analyse des Lagerlösungsanbieters Herchenbach, für die 335 Verantwortliche aus Schlüsselbranchen, darunter mit 60 Prozent vor allem Expertinnen und Experten aus dem Bereich Transport und Logistik, befragt wurden. 

So erhöhten etwa 37 Prozent der Unternehmen aufgrund von Verzögerungen und Unsicherheiten in den Lieferketten und der allgemeinen Knappheit von Rohstoffen ihre Sicherheitsbestände im Lager – auch wenn diese Maßnahme mehr Kapital bindet. Das galt vor allem für Firmen in Deutschland und in Großbritannien. Allerdings sind nicht alle Firmen betroffen: bei 47 Prozent gab es bei dieser Kennzahl keine Veränderung, 16 Prozent senkten den Bestand sogar.

Diese Faktoren erzeugen die meisten Kosten

Gut die Hälfte der Befragten gab an, dass sich die Logistikkosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöht haben. Größter Kostentreiber in Deutschland sind Preissteigerungen für Logistikimmobilien und Lagerraum: Der Anteil der Raumkosten an den Gesamtkosten für Lagerlogistik fiel bei deutschen Firmen mit 26 Prozent deutlich höher aus als bei französischen und britischen, bei denen sie etwa ein Fünftel ausmachen. Vor allem der florierende Online-Handel, der zu mehr Flächenbedarf u. a. im Vereinigten Königreich und in Deutschland beiträgt, treibt auch die Preise: Jeder Zweite zahlte Herchenbachs Analyse zufolge pro Kubikmeter Lagerraum mehr als im Jahr zuvor. Interessanterweise fielen die Aufwendungen hierfür auf der Insel und in Frankreich aber sogar noch höher als in Deutschland aus. 43 Prozent der befragten Deutschen gaben mehr für Lagerkapazität aus als im Jahr zuvor – das sind 14 Prozent weniger als bei den Franzosen.  

Auch Personalkosten werden als wichtiger Faktor für steigende Ausgaben genannt – im Vergleich zu den anderen beiden Ländern bewerteten aber nur 36 Prozent der deutschen Firmen diesen als sehr relevant. Bei französischen Unternehmen sind die Ausgaben für die Beschäftigten mit 56 der größte Kostenfaktor, in Großbritannien benötigen neue Technologien am meisten finanzielle Ressourcen.

Hohe Effienz und Liefertreue

Trotz widriger Umstände verzeichnen 40 Prozent eine bessere Kommissionierungsleistung pro Beschäftigtem im Lager, gleichsam erhöhte sich die Umschlaghäufigkeit bei ebenso vielen Firmen – Waren wurden also schneller eingelagert und verließen die Lager zügiger wieder. So konnten auch gut drei Viertel letztlich pünktlich an ihre Kundschaft liefern – während sie selbst aber nur zu 74 Prozent von ihren Lieferanten im gewünschten Zeitrahmen vollständig versorgt wurden.

Herchenbachs Supply Chain Institut stellt die vollständige Studie „Warehouse KPIs“ auch zum Download zur Verfügung. 

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/ Geschrieben von Hanna Behn




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