Waren aus dem Online-Handel werden im Vergleich zu den Vorjahren im Schnitt schneller zugestellt. Und auch die Lieferversprechen können Händler immer besser einhalten.

Paketübergabe mit Stoppuhr
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In der Vorweihnachtszeit 2021 waren Sendungen durchschnittlich 3,8 Tage unterwegs – das ist schneller als noch in den Jahren 2019 (4,8 Tage) und 2020 (4,2 Tage). Nicht erreicht wurde allerdings die Liefergeschwindigkeit von 2016, als diese im Schnitt 2,9 Tage betrug. Das zeigt die mittlerweile zum sechsten Mal durchgeführte Omnichannel-Fulfillment-Studie der Unternehmensberatung Kurt Salmon/Accenture. Diese hat im Dezember in Deutschland bei über 60 Händlern aus Bekleidung, Hartwaren (z.B. Hausrat) und Lebensmitteleinzelhandel (Bereich Nonfood) Online-Bestellungen für die Lieferung nach Hause und Click & Collect aufgegeben und retourniert. 

Lange Lieferzeiten von bis zu sechs Tagen weisen vor allem Möbel- und Elektronikhändler auf, Modehändler liegen mit drei bis vier Tagen Lieferzeit genau im Durchschnitt. 

Diese Unternehmen liefern am schnellsten 

Reine E-Commerce-Anbieter lagen in den letzten Jahren in Bezug auf die Liefergeschwindigkeit stets vorn – doch mittlerweile können auch Omnichannel-Händler mit schnellen Zustellzeiten mithalten. Am schnellsten landen weiterhin Bestellungen von Amazon bei der Kundschaft – die Lieferzeit beträgt hier für Prime-Kunden im Schnitt lediglich einen Tag, ohne Prime dauert die Zustellung aber vier Tage. Durchschnittlich zwei Tage sind Waren von Nike, Puma, Uniqlo, Breuniger und About You sowie aus dem Luxussegment von Hugo Boss und Michael Kors unterwegs. Im Schnitt drei Tage brauchen die Pakete von Adidas, Asics, Burberry, Deichmann, Orsay, Tom Tailor und MyTheresa. 

Auch in Sachen Zuverlässigkeit konnten Händler punkten: „Mit einer durchschnittlich versprochenen Lieferzeit von 3,5 Tagen liegen die Lieferversprechen der Händler und Marken in etwa auf dem Vorjahresniveau“, erläutert Sven Kromer, Managing Director von Kurt Salmon. „Anders sieht es bei der Lieferzuverlässigkeit aus. Hier konnten sich die Händler in 2021 um fünf Prozentpunkte verbessern und 90 Prozent der Lieferversprechen einhalten – trotz der gestiegenen Online-Volumina sowie der aktuellen Corona-Situation.“ 

Versandkosten sind leicht gestiegen

Spritpreise und höhere Löhne verteuern die Versandkosten: Diese stiegen im vergangenen Jahr um zehn Cent auf durchschnittlich 4,74 Euro. Mehr Händler bieten aber inzwischen kostenfreie Lieferungen bei einer Mindestbestellmenge an, der Anteil stieg von 39 Prozent auf 43 Prozent. Der dazu notwendige durchschnittliche Mindestbestellwert reduzierte sich indes von 84 Euro auf 65 Euro. Verstärkt wurde auf Click&Collect-Angebote – meist kostenlos – sowie auf mehrere Lieferoptionen wie Next-Day- und Same-Day- und Wunschzeit-Zustellungen gesetzt.

Nachhaltigkeit: Kaum CO2-Reduktion auf der letzten Meile

Jede vierte Lieferung sei in einer explizit umweltfreundlichen Verpackung (etwa Papier- statt Plastiktüten) erfolgt. 2020 lag der Anteil noch bei 14 Prozent. Während übergroße Kartons der Vergangenheit angehören, nutzen aber noch etwa zwölf Prozent der Händler Plastik als Füllmaterial. 

Hier gebe es allerdings noch Potenzial: „Kartons, die zwar aus recycelter Pappe sind, aber schon eingerissen beim Kunden ankommen, oder Papiertüten, die sich für die Retoure nur mühsam und mit zusätzlichem Materialeinsatz wieder schließen lassen, sind noch kein optimales Lösungsangebot“, heißt es in der Analyse. Auf letzten Meile zeige sich, dass Händler dort entstehende Emissionen vor allem durch Zahlungen kompensieren – direkte Maßnahmen zur Verbesserung des CO2-Fußabdrucks, etwa durch emissionsärmere Lieferungen, seien jedoch weniger verbreitet.

/ Geschrieben von Hanna Behn




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