Verpackungen sollen praktisch, aber auch nachhaltig sein, findet die Mehrheit der Online-Kundschaft. 

Logos Nachhaltigkeit auf Verpackung
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Umweltfreundliche Verpackungen erfreuen sich steigender Beliebtheit: Eine große Mehrheit der Online-Kunden wünscht sich, dass die Verpackungen wiederverwendbar sind (79%), sich leicht falten lassen (69%) und recycelbar sind (82%). Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Marktstudie des Verpackungs- und Papierherstellers Mondi und des Marktforschungsinstituts YouGov, für die 3.085 Personen zwischen dem 8. und 15. Dezember 2021 in Deutschland und Polen befragt wurden.

Online-Kunden würden für umweltfreundliche Verpackung bis zu drei Euro mehr zahlen

Dabei berücksichtigen die Konsumierenden auch den Faktor zusätzlicher Kosten, den die nachhaltigeren Materialien mit sich bringen: Knapp die Hälfte(48 Prozent) der Befragten sei der Untersuchung zufolge bereit, bis zu drei Euro mehr zu bezahlen, um die Online-Einkäufe in einer umweltfreundlichen Verpackung zu erhalten.  

Ebenso belegt die Umfrage, dass Verpackungen das Kundenerlebnis stärken können: Die Relevanz der Verpackung für Markentreue und damit für mehr Umsatz zeigt sich etwa daran, dass 44 Prozent der Befragten das Auspackerlebnis (Unboxing) besonders schätzen. Das gilt vor allem für die polnische Online-Kundschaft: In Polen freut sich jeder Zweite über das Unboxing-Erlebnis, 58 Prozent würden zudem allein wegen einer positiven Erfahrung beim Auspacken erneut im selben Online-Shop bestellen. 

Trend Unboxing als Umsatztreiber

„Die Verpackung hat einen Einfluss auf das Online-Konsumverhalten, und das ,Unboxing‘ ist das ultimative Verpackungserlebnis. Angetrieben durch die sozialen Medien ist es bisher vor allem ein Gesprächsthema unter jüngeren Menschen. Doch es wird interessant sein zu sehen, wie sich dieser Trend entwickelt, wenn man bedenkt, wie beliebt Online-Shopping bei allen Generationen geworden ist“, kommentiert Armand Schoonbrood, COO Mondi Corrugated Solutions zu der Entwicklung.

Auch das ist ein Ergebnis der Studie: So shoppt längst nicht mehr nur die junge Generation gern online. Mondi zufolge hat der Anteil der über-55-Jährigen Online-Käufer deutlich zugenommen. In dieser Altersgruppe kauften 2021 neun von zehn online ein, 49 Prozent shoppten sogar mehr als noch im Vorjahr. Gründe für den Online-Kauf sind für sie u. a. Bequemlichkeit, ein besserer Produktüberblick oder die fehlende Möglichkeit, Waren vor Ort zu shoppen.

Immer mehr Händler erproben nachhaltige Verpackungskonzepte, darunter etwa Otto, Tchibo oder Zalando. Die Österreichische Post arbeitet zudem derzeit gemeinsam mit namhaften Einzelhandelsunternehmen an einem nachhaltigeren Ansatz für Verpackungen.

/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#2 wolfgang 2022-01-06 12:19
genau Dirk hat den Nagel auf den Kopf getroffen
ändern wird sich erst was wenns an den Geldbeutel der Kunden geht
#1 Dirk 2022-01-05 11:26
"Knapp die Hälfte(48 Prozent) der Befragten sei der Untersuchung zufolge bereit, bis zu drei Euro mehr zu bezahlen, um die Online-Einkäufe in einer umweltfreundlic hen Verpackung zu erhalten."
Das möchte ich doch stark bezweifeln.

Für den Versand nichts bezahlen wollen, wo die Bestellung teilweise mehrfach mit Diesel-LKWs oder sogar Flugzeugen durch die Republik geschaukelt wird, aber für eine umweltfreundlic he Verpackung freiwillig 3 Euro mehr? Wer's glaubt, wird selig!
Umfragen sind keine Verpflichtung, im Warenkorb sieht das dann ganz anders aus.

Und Mehrweg-Pfandmo delle machen in der Realität doch nur bei Händlern Sinn, zu denen eine regelmäßig wiederherende Kundenbeziehung besteht. Die Rücknahme von Verpackung - womöglich durch Rücksenden macht ja nun ökologisch UND ökonomisch gar keinen Sinn, wenn die Verpackung nicht gerade aus Goldfolie besteht.

Da die meisten Versandverpacku ngen heutzutage sowieso aus Karton und Pappe bestehen, werden diese zu einem nicht geringen Prozentsatz sowieso mindestens einmal wiederverwendet - bei der Retoure!

Nur mit den Plastiktüten von Zalando & Co. kann man nun wirklich nichts anderes machen als sie wegzuwerfen. Aber diese Unternehmen kümmern sich sowieso einen Dreck um Nachhaltigkeit.



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