Wegen zunehmender Online-Bestellungen müssen immer mehr Pakete befördert werden – das führt auch zu schlechteren Zuständen der Zustellfahrzeuge, so der TÜV Süd.

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Seit Monaten sind, befördert durch die Coronakrise und den Online-Handel, immer mehr Pakete unterwegs. Das hat sich auch auf die Laufleistung vieler Transportfahrzeuge ausgewirkt: So wurden mit fünf Jahre alten Wagen im Schnitt 172.000 Kilometer gefahren – das sind 25 Prozent mehr als die 139.000 Kilometer, die 2019 verzeichnet wurden. Das zeigt der aktuelle Nutzfahrzeuge-Report des TÜV Süd, für den 1,5 Millionen Hauptuntersuchungen (HU) von Nutzfahrzeugen ausgewertet wurden. 

„Trotz stark gestiegener Laufleistungen und gerade im direkten Lieferverkehr wesentlich stärkerer Belastung bleibt das Sicherheitsniveau der Nutzfahrzeuge weiter auf sehr hohem Niveau“, erläutert Christian Egger, Produktkoordinator Truck und Bus bei TÜV SÜD zum generellen Zustand der Nutzwagen. 86,9 Prozent hätten die Hauptuntersuchung ganz ohne Mängel passiert, 2019 lag der Wert mit 87,4 Prozent nur knapp darüber. 

Hohe Laufleistungen, Stop-and-Go und hohe Zustellquoten erhöhen Verschleiß

Allerdings würden sich die steigenden Paketmengen insbesondere auf Fahrzeuge der Sprinter-Klasse bis 3,5 Tonnen auswirken: Bei der ersten HU nach zwei bzw. drei Jahren und bereits 41.000 Kilometern, die meist im Stadtverkehr gefahren wurden, hätten etwa 85 Prozent aller Transporter keine Mängel, bei der zweiten HU nach durchschnittlich 75.000 Kilometern steige die Quote der erheblichen Mängel von 8,6 auf 12,6 an, nach neun/zehn Jahren und 144.000 Kilometern auf der Uhr gebe es eine Mängelquote von 30 Prozent. Grund sei, dass Haltern das notwendige Geld fehle, um Wartungsarbeiten durchzuführen, so Egger.  

Gleichzeitig würden die vielen gefahrenen Kilometer, die Belastung durch Stop-and-Go und der harte Zusteller-Alltag den Verschleiß erhöhen: Bei Lenkstangen sei die Mängelquote nach sieben/acht Jahren von 1,8 auf 3,3 Prozent angestiegen, Beanstandungen an den Achsaufhängungen hätten sich zwischen der dritten und vierten Untersuchung auf 5 Prozent verdoppelt. „Das sind typische Mängel in urbanen Räumen, beispielsweise verursacht durch Randsteine“, so der Experte vom TÜV.  Auch Bremstrommeln und -scheiben seien durch ständiges Anfahren und wieder anhalten ebenfalls stärker belastet. 

Der komplette Report kann beim TÜV eingesehen werden.

/ Geschrieben von Hanna Behn




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