Schließungen an Chinas wichtigsten Handelshäfen haben gravierende Auswirkungen auf den hiesigen Warenimport – das gilt auch im Fall der zweiwöchigen Zwangspause eines Terminals in Ningbo.

Containerschiff Hafen Ningbo China
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Wegen eines Mitarbeiters, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, hatte die zuständige Verwaltung in Ningbo – neben Shanghai der zweitgrößte Containerhafen Chinas – den Betrieb des Terminals Meishan vor etwa zwei Wochen zeitweise eingestellt. An dem Terminal wird etwa ein Fünftel des Transportaufkommens des Hafens abgewickelt. 

Nach einem großflächigen Test mit gänzlich negativen Ergebnissen sei der Umschlagplatz nun wieder geöffnet, wie der stellvertretende Generaldirektor des Hafenbetreibers Ningbo Zhoushan Port, Jiang Yipeng, Onvista/Reuters zufolge mitteilt. 

68 Schiffe stauten sich vor dem Hafen

Durch die Schließung des Terminals konnten zahlreiche Containerschiffe nicht abgefertigt werden. Zwar wurden einige Transporte umgeleitet, etwa nach Shanghai, sodass die Terminals dort an ihre Belastungsgrenze gerieten. Einige Frachter konnten unter strengen Vorgaben auch im Hafen abgefertigt werden. Dennoch hätten sich vergangenen Freitag, den 20. August, laut Datenanalyst Refinitiv 68 Schiffe vor dem Hafen Ningbo gestaut – ein neuer Dreijahresrekord. 

Die Schiffsstaus haben womöglich Auswirkungen auf den rechtzeitigen Import von Waren zum Weihnachtsgeschäft, warnte erst kürzlich das IfW Kiel. Hinzu kommt, dass auch die Folgen der zeitweisen Hafenschließung am südchinesischen Hafen Yantian im Juni weiterhin zu spüren sind. Lieferverzögerungen und Frachtkosten nehmen weiter zu. Damit Waren noch rechtzeitig eintreffen, weichen Händler inzwischen auf den Schienen- sowie Luftfrachtverkehr aus.  

 

/ Geschrieben von Hanna Behn




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