Über den Seeweg laufen rund 90 Prozent des Welthandels – doch die Situation ist stark angespannt. Laut Hapag-Lloyd wird das auch noch eine Weile so bleiben.

Container Hapag Lloyd
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Seit Monaten sind die Lieferketten belastet – eigentlich hatte der Chef der Reederei Hapap-Lloyd bereits im Juni damit gerechnet, dass sich die Situation in der Containerschifffahrt spätestes im Herbst entspanne. Doch diese Voraussage änderte Reederei-Chef Rolf Habben Jansen nun, denn die Probleme im Seehandel nehmen aktuell stetig zu. „Wenn wir uns das Marktumfeld heute ansehen, glauben wir nicht, dass sich die Situation schnell normalisieren wird“, zitiert ihn das Handelsblatt

Stattdessen gehe er nun davon aus, dass frühestens im ersten Quartal 2022 mit einer Entspannung der Lage zu rechnen sei.

Globale Lieferketten aktuell noch stärker unter Druck

Aktuell hat sich die Lage sogar noch verschlimmert: Ein Coronafall im ostchinesischen Hafen Ningbo führte zur Stilllegung und Einschränkungen bei den Containerterminals, am 12. August stauten sich deshalb 40 Schiffe vor dem Hafen. Das führte zur Umleitung von Containerfrachtern in den Hafen von Shanghai, wo es nun ebenfalls zur Überlastung der Terminals kommt.

Containerknappheit und Frachtraten sind deshalb weiter an der Tagesordnung. Die Preise haben längst Rekordniveau erreicht, auf der Route Asien-Europa gebe es Versandkostensteigerungen pro Container um etwa 6.000 Dollar. Auch der Bahnstreik führte zu Belastungen, wie auf OnlinehändlerNews zur aktuellen Lage zu lesen ist.

Zu wenig Schiffe werden neu bestellt

Hapag-Llyod zufolge sind aber auch zurückhaltende Neubestellungen von weiteren Containerfrachtern ein Problem, dass die Kapazitäts- und Kostenlage verkompliziere. So wurde 2011 noch etwa ein Anteil von 25 Prozent an der Gesamtmenge an Containerschiffen neu bestellt, 2018 und 2019 betrug dieser 10 Prozent, derzeit seien es 17 Prozent, wie das Handelsblatt mit Verweis auf das Marktforschungsunternehmen IHS Markit weiter schreibt. Neu bestellte Schiffe würden aber ohnehin bei den aktuellen Lieferengpässen keine Abhilfe schaffen, da sie erst in zwei bis drei Jahren ausgeliefert würden. 

/ Geschrieben von Hanna Behn




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