Maersk gilt weltweit als größte Containerschiffsreederei. Nun will das dänische Unternehmen noch stärker vom E-Commerce-Wachstum profitieren. 

Maersk-Containerfrachter
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Maersk will gleich mit zwei Anbietern für Paketzustellung im Online-Handel sein Engagement im E-Commerce-Sektor in Europa und den USA verstärken. Dazu haben die Dänen den US-amerikanischen Fulfillment-Dienstleister Visible Supply Chain Management (SCM) erworben und die Übernahme des niederländischen Logistikunternehmens B2C Europe angekündigt. 

Visible SCM besitzt in den USA ein landesweites Fulfillment-Netzwerk mit dezentraler Auftragsverwaltung, wodurch rund drei Viertel aller US-Gebiete innerhalb eines Tages und etwa 95 Prozent innerhalb von zwei Tagen beliefert werden könnten. Das Unternehmen wickle 200.000 Bestellungen pro Tag und 200 Millionen Pakete pro Jahr mit einer Genauigkeit von 99,8 Prozent ab, heißt es weiter. 

B2C Europe stellt Pakete sowohl für Händler und Marken als auch für Logistikunternehmen zu, dabei konzentriert sich das Unternehmen auf grenzüberschreitende Lieferungen. 

Konkurrenz für KEP-Dienste: Maersk will Kunden reibungslose Lieferketten bis zur letzten Meile bieten

Durch die Übernahme von B2C Europe will Maersk Kunden europaweite Tarife für die letzte Meile über eine vereinfachte Schnittstelle anbieten und so den Komfort einer vollständigen Kontrolle und Transparenz aller Paketzustellungen ermöglichen. Ähnlich ist es auch für US-Kunden gedacht. 

„Wir haben uns vorgenommen, starke E-Commerce-Logistikkapazitäten aufzubauen, die unser bestehendes End-to-End-Lieferkettenangebot ergänzen“, erklärt Vincent Clerc, Vorstandsvorsitzender von Maersk Ocean & Logistics laut Unternehmensmitteilung. „Unsere Kunden vertrauen uns bereits einen großen Teil ihrer Lieferkette an, aber diese Akquisition wird zu einem noch besseren End-to-End-Erlebnis beitragen, indem sie weitere wichtige E-Commerce-Funktionen bereitstellt“. Über Maersk sollen Geschäftskunden über jeden beliebigen Vertriebskanal verkaufen, auf unterschiedliche Weise liefern und die Lieferkette nahtlos verwalten können. Dabei habe der Logistikkonzern gerade auch kleine und mittelständische Kunden im Visier. Neben Europa und Nordamerika will Maersk dieses Logistikangebot auch auf Asien ausweiten.

Im zweiten Quartal erwirtschaftete Maersk einen Nettogewinn von 6,5 Milliarden US-Dollar – im Vergleich zu 556 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 58 Prozent auf 14,2 Milliarden US-Dollar.

/ Geschrieben von Hanna Behn




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