Um agil und stark zu bleiben, braucht die Logistikbranche weitere Entwicklungen. Welche das sein müssen, fasst der Bundesverband Paket und Expresslogistik in einem Positionspapier zusammen.

Logistisches Netzwerk: Straßen im Sonnenlicht mit Netzwerk
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Die massiven Wachstumsraten des Online-Handels durch die Pandemie haben die Logistik in den vergangenen Monaten vor neue Herausforderungen gestellt. Und auch nach der Pandemie gibt es Hürden, die innerhalb der Logistik bewältigt werden müssen, um agil, effizient und wirtschaftlich zu bleiben. Mit der Frage, welche Veränderungen der Kurier- Express- und Paketsektor noch braucht, hat sich aktuell auch der BIEK, der Bundesverband Paket und Expresslogistik, auseinandergesetzt und mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl ein Positionspapier erstellt.

„Impulse für 2021+: Was die leistungsstarke Paketbranche von morgen braucht“ heißt dieses Papier, das nicht nur Schwerpunkte definiert, sondern neben Wünschen auch Anregungen und potenzielle Lösungsansätze für vorhandene oder künftige Stolpersteine enthält.

Politik muss gute Rahmenbedingungen schaffen

„Die KEP-Unternehmen erbringen mit ihren hochwertigen Dienstleistungen einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung von Wirtschaft und Gesellschaft“, kommentiert Marten Bosselmann, Vorsitzender des BIEK. „Damit die Paketbranche ihr Potenzial als Innovations-, Wirtschafts- und Jobmotor für Deutschland auch in Zukunft ausschöpfen kann, muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen und einen national und international fairen Wettbewerb unter den Paketdiensten ermöglichen. Die Voraussetzungen müssen stimmen, damit die Unternehmen attraktive Arbeitsplätze, eine umfassende Digitalisierung und einen effektiven Umweltschutz realisieren können.“

Die Themen, die der BIEK, der sich als politische Interessenvertretung führender KEP-Dienste in Deutschland versteht, dabei in den Fokus rückt, sind vielfältig: Es geht ihm unter anderem um den Aufbau einer modernen Stadtlogistik, attraktive Arbeitsplätze, nachhaltige Strategien, den Abbau von Bürokratie und einen fairen Wettbewerb.

Die Forderungen des BIEK im Überblick

Eine moderne Stadtlogistik gehört zu den Grundpfeilern der BIEK-Forderungen. Um diese zu erreichen, müssten nicht nur innovative Konzepte unterstützt, sondern auch entsprechende rechtliche Grundlagen geschaffen werden: Durch den Beschluss eines Wirtschaftsverkehrsgesetzes sollte demnach das neue Verkehrszeichen „Ladezone“ eingeführt werden, um die Anlieferung von Waren zu erleichtern, eine rechtliche Sicherheit für mobile Mikro-Depots geschaffen sowie ein digitales Verkehrsmanagement ermöglicht werden. In puncto Stadtlogistik müsse außerdem die Verkehrssicherheit erhöht, die Elektromobilität weiter gefördert und die Logistik bei anstehenden Planungen berücksichtigt werden.

Auch attraktive Arbeitsplätze bilden einen Bereich der Forderungen, deren Basis gute Arbeitsbedingungen sind. In diesem Rahmen sei es wichtig, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, eine Gleichbehandlung der Unternehmen bei Lenk- und Ruhezeiten zu forcieren, moderne Arbeitsmodelle zu ermöglichen sowie eine Harmonisierung der Sonn- und Feiertagsfahrverbote anzustreben.

Ein weiteres wichtiges Standbein bilden Konzepte rund um Nachhaltigkeit und Zukunft, wobei Infrastrukturen zu fördern sind und Bürokratie vermieden werden müsse. Als Aspekte dieses Themenbereichs nennt der BIEK etwa eine gerechte Ausgestaltung der CO2-Bepreisung, eine Etablierung europäischer Lösungen beim Lang-Lkw, die Gewährleistung des Nachtflugbetriebs, der Einsatz für offene Grenzen, da diese die Grundlage der (Versorgungs-)Sicherheit bilden und das Vorantreiben eines flächendeckenden Breitbandausbaus. Hinzu komme eine konsequente Digitalisierung der Logistik sowie eine Vereinfachung der Zollabwicklung.

Als letzten essenziellen Teilbereich wird auf den fairen Wettbewerb verwiesen, der einer strikten regulatorischen Trennung von Brief- und Paketsendungen bedürfe: Das heißt u. a., die Geschäftsbereiche Paket und Brief müssten klar getrennt werden, der Versand von Waren als briefähnliche Sendungen müsse ausgeschlossen und die Missbrauchsaufsicht gestärkt werden. Darüber hinaus solle der funktionierende Wettbewerb bei der Regulierung der Entgelte Berücksichtigung finden und Anteile des Bundes an der Deutschen Post abgestoßen werden.

Der BIEK stellt sein komplettes Positionspapier „Impulse für 2021+“ an dieser Stelle zur Verfügung.

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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