Aufgrund der Coronakrise ist der Bedarf an Waren aus Asien gestiegen – das beeinflusst auch die Transportkapazitäten. 

Containerhafen
Avigator Fortuner / Shutterstock.com

Bei der Verschiffung von Produkten aus Asien seien aktuell alle Kapazitäten ausgelastet. Die Reedereien hatten erwartet, dass diese Nachfrage ähnlich wie zu Beginn der Coronakrise zurückginge – dem ist jedoch nicht so. Stattdessen kaufen die Menschen zahlreich für den heimischen Bedarf, darunter Möbel, Sportgeräte oder Baumarktwaren, die eben auch aus China bezogen werden. 

Doch Container und auch Stellplätze, die für einen reibungslosen Transport unerlässlich sind, seien knapp. Es gebe oft mindestens doppelt so viele Buchungen, wie die Transportfirmen händeln könnten. Das treibe die Kosten enorm nach oben, berichtet tagesschau.de

Kosten für Container auf Rekordniveau – zulasten der Händler 

So hätten sich die Kosten für Frachten zwischen China und Nordeuropa allein zwischen November und Mitte Januar um das Drei- bis Vierfache erhöht, Containerbuchungen kosteten teils 9.000 statt 2.000 US-Dollar, heißt es. „Im vierten Quartal lagen die Frachtraten auf Rekordniveau. Gleichzeitig waren die Kosten bis zu dreimal höher als vorher vereinbart“, zitiert der Bericht Patrik Marquardt, Abteilungsleiter Verkehr und Logistik beim Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA). Da es etwa Engpässe bei der Lieferung günstiger Waren (z. B. Konserven) oder Schrauben gebe, grenzten die Transporte an Wettbewerbsverzerrung „und fressen die Margen dort teilweise komplett auf“, so der Experte vom BGA weiter. Gleichsam falle Händlern deshalb derzeit auch die längerfristige Kalkulation schwer.

Den Reedereien wird vorgeworfen, dass sie die Frachtpreise künstlich erhöht hätten. Das wiesen diese allerdings zurück: „Wie in anderen Branchen regeln Angebot und Nachfrage den Preis“, erklärte Christian Denso, Pressesprecher des Verbands Deutscher Reeder (VDR) der Tagesschau. Neue Verträge seien teurer, aber langfristige Mietverträge nicht betroffen. Gen Jahresende 2020 schätzten Brancheninsider diese Lage anders ein: Ralf Düster, Vorstand von Setlog (Softwareanbieters zur Überwachung von Lieferketten) erklärte etwa Anfang Dezember, dass eine größere Reederei einen Prioritätsservice, also Frachtkapazitäten gegen Aufpreis, angeboten hätte. Er war der Ansicht, dass insgesamt nur noch zehn Prozent aller alten Verträge eingehalten würden. 

Waren könnten im Frühjahr knapp werden

Im November vergangenen Jahres hatten Experten außerdem darauf hingewiesen, dass im Frühjahr 2021 Waren aus Asien knapp werden könnten, da in Folge des chinesischen Neujahrsfestes am 12. Februar 2021 mehrere Wochen lang nicht produziert würde, die Auswirkungen würden sich hierzulande in April und Mai bemerkbar machen. Die Lieferengpässe könnten dieses Problem noch verschärfen.

/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#2 Hendrik Rohrbach 2021-02-15 11:29
Die Globalisierung findet ihr Ende, wenn Transporte deutlich teurer werden. Die Corona Pandemie hat zudem gezeigt, das die Abhängigkeit von nur einem Lieferanten aus dem Ausland erhebliche Gefahren für die eigene Produktion birgt.
#1 Ralf Breves 2021-02-14 22:16
Wir sollten uns eh mal etwas unabhängiger von Asien machen



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