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In Großbritannien werden Pappkartons rar – der Brexit und die Corona-Pandemie führen zu den aktuellen Engpässen. 

Altpapier
Klyuchinskiy Oleg / Shutterstock.com

Online- und Versandhändler aus dem Vereinigten Königreich haben derzeit monatelange Wartezeiten für die Lieferung von Pappkartons: Die Lieferdauer habe sich teils von einer Woche auf drei Monate erhöht. Normal sei es, dass Standardkartons etwa innerhalb einer Woche hergestellt und auch geliefert werden. Im Zuge dessen seien auch die Preise für die Kartonagen in die Höhe geschnellt, teils hätten sie sich verdoppelt, meldet der Spiegel mit Bezug auf Aussagen von Händlern und Herstellen gegenüber dem britischen Nachrichtensender BBC

Wenig Kartons in UK: Das sind die Ursachen

Die Verknappung entstand durch das Zusammenspiel gleich mehrerer Faktoren: So ist es auch auf der Insel zu einem erhöhten Paketvolumen im Weihnachtsgeschäft gekommen, da coronabedingt mehr Waren online bestellt bzw. häufiger Sendungen an Familie und Bekannte versendet wurden. Deshalb waren gerade in der Peak-Saison zahlreiche Verpackungen im Umlauf.

Gleichsam fehle es wegen Verzögerungen und Problemen beim Zoll, die sich durch den Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union ergeben, am Nachschub passender Materialien vom Kontinent. Das hindere Kartonproduzenten an der Herstellung neuer Versandverpackungen.  

Zu viele Altkartons in Privathaushalten

Doch insbesondere der Lockdown führte zu einem gravierenden Problem: Viele Hersteller greifen für die Produktion neuer Kartonagen auf das Altpapier zurück, das jetzt aber nicht so schnell zur Verfügung steht wie gewohnt. Denn pandemiebedingt wurden mehr Sendungen an private Empfänger zugestellt, gleichsam sind viel weniger Kartons im stationären Handel oder etwa auch bei Bars und Restaurants gelandet. Während die Geschäfte gebrauchte Kartons in größeren Mengen an die Entsorger zurückgegeben, belassen oder nutzen Endkunden die Pappverpackungen teils auch eher im eigenen Haushalt und bewahren diese beispielsweise in Abstellräumen auf. Dadurch wird die Rückführung in den Wertstoffkreislauf nun zusätzlich erschwert.

Das hat weitere Folgen: Das Fehlen von Kartons und Pappmaterialien führe bereits dazu, dass etwa Supermärkte verstärkt auf Plastik-Packungen zurückgreifen müssen.

/ Geschrieben von Hanna Behn


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