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Die Corona-Pandemie führt erneut zu deutlichen Einschränkungen im Transport- und Logistiksektor.

Britische Flagge und Mundschutzmaske
Simfalex / Shutterstock.com

In Großbritannien wurde eine mutierte Form des Coronavirus entdeckt. Um dessen schnelle Ausbreitung möglichst einzudämmen, haben Frankreich und andere EU-Staaten die Grenzen zum Vereinigten Königreich geschlossen. Deshalb fallen nun wichtige Verkehrs- und Transportrouten ins Land weg: Der Eurotunnel wurde zunächst für 48 Stunden gesperrt, Fährverbindungen sind unterbrochen und Einflüge verboten, sodass Ein- und Ausreisen sowie Gütertransporte nicht länger möglich sind. 

DHL stoppt Versand – Sendungen gehen zurück zum Absender 

„Aus diesem Grund sind wir leider gezwungen, ab sofort bis auf Weiteres einen vollständigen Einlieferstopp für den Versand von Geschäfts- und Privatkundenpaketen sowie von warentragenden Briefsendungen nach Großbritannien und Irland zu verhängen“, erklärte ein DHL- Sprecher gegenüber der Deutschen-Presseagentur, wie u. a. bei Businessinsider zu lesen ist. Neben Großbritannien und Irland ist auch der Versand auf die Kanalinseln und auf die Isle of Man vorerst nicht möglich.

Pakete mit Waren sowie Sperrgüter werden nun wieder zurück an den Absender geschickt, da der Bonner Logistiker nicht über die entsprechenden Lagerkapazitäten verfüge. Das könne auch Sendungen betreffen, die über das Wochenende eingeliefert wurden. Briefe und Postkarten könnten indes derzeit noch versendet werden.

Update 04.01.2021: Einschränkungen teilweise aufgehoben

Die DHL hat nun bekannt gegeben, dass die bestehenden Beschränkungen für Großbritannien seit Samstag, den 02.01.2021 gelockert bzw. aufgehoben wurden. Bei den Produkten DHL Paket International und DHL Paket Connect gilt der Annahmestopp nur noch für Sendungen, die auf einer oder mehreren Seiten länger als 60 cm sind sowie für Sperrgüter. Beim DHL Europaket und bei der Warenpost International wurden die Beschränkungen komplett aufgehoben. Außerdem wurden alle Einschränkungen für Privatkunden aufgehoben. Gleiches gilt auch für den Versand nach Irland. Weitere Informationen zum internationalen Versand stellt die Deutsche Post DHL Group tagesaktuell auf ihrer Website bereit.

Auch Hermes, DPD und GLS stellen Versand ein 

Neben der Post haben auch weitere Paketdienste den Pakettransport in das Vereinigte Königreich ausgesetzt. GLS und DPD nehmen keine Sendungen mehr an. Auch Hermes wolle den Warenversand zunächst bis Weihnachten stoppen und in Abhängigkeit von der Entwicklung in den kommenden Tagen entscheiden, ob und wann der Versand wieder aufgenommen werden könne. 

Großbritannien in Quarantäne 

Die Grenzschließung erfolgt nur wenige Tage vor dem informellen Austritt Großbritanniens aus der EU, gleichsam befindet sich das Land nun in einer Art Quarantäne. Die Lage ist angespannt: Laut Reuters wurden in Supermärkten bereits Regal leergekauft. Sainsbury’s, einer der größten britischen Märkte, befürchtet n-tv zufolge Lieferengpässe bei bestimmten Salat-, Gemüse- und Obstsorten. Auch Verkehrsstörungen blieben infolge des französischen Einreiseverbots für Passagiere und Fracht nicht aus, zahlreiche Lastwagen stünden im Stau, wie das Portal PostandParcel meldet. Das britische Verkehrsministerium arbeite bereits an Notfallmaßnahmen, um die Verkehrsstörungen zu reduzieren, außerdem versuche die Regierung des britischen Premierministers Boris Johnson derzeit mit Frankreich einen Weg zu finden, die Grenzschließungen aufzuheben.

/ Geschrieben von Hanna Behn


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