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Die Corona-Pandemie war in der Logistik ein enormer Treiber für digitale Prozesse, doch beim Datenaustausch in Lieferketten gibt es Verbesserungspotenzial.

Logistik Versand Tracking
VasutinSergey / Shutterstock.com

Um herauszufinden, wie digital Lieferketten bereits sind und inwieweit Technologien diese noch effizienter gestalten könnten, hat der Digitalverband Bitkom beim Warenversand auf dem See- und Landweg analysiert, welche Informationen in Dokumenten an welcher Stelle in der Supply Chain überhaupt bzw. in welcher Form – also digital oder aber noch analog – vorhanden sind. 

Dafür wurde der Versand eines Containers von einem deutschen Hersteller über Bremerhaven, einem Zwischenstopp im portugiesischen Sines (Portugal) bis nach Vancouver (Kanada) mit GPS-Trackern sowie Datenplattformen verfolgt.

Kritik: „Silo-Denken in der IT“ 

Im Ergebnis zeigt sich, dass insgesamt an zehn Knotenpunkten Dokumente ausgetauscht worden sind. Sechs davon wurden in elektronischer bzw. maschinenlesbarer Form weitergereicht. Sieben Dokumente wurden als PDF oder auf Papier übergeben, die für Menschen leicht zu lesen sind, sich für eine Datenverarbeitung jedoch weniger eignen. Auch waren Dokumente an drei Stellen in analoger und digitaler Variante verfügbar. 

„Die Logistik setzt bereits stark auf digitale Technologien, aber es herrscht noch zu oft Silo-Denken vor. Häufig laufen IT-Systeme parallel und es wird auf einen vollständigen Datenaustausch verzichtet“, so das Fazit von Florian Lange, Referent Handel und Logistik bei Bitkom. Sämtliche an der Logistik beteiligten Unternehmen sollten daher daran arbeiten, anfallende Dokumente und Daten ohne Zwischenschritte in die IT-Systeme der Partner zu übermitteln, um mehr Effizienz beim Datenaustausch zu ermöglichen. Gleichsam müssten Behörden helfen, damit elektronische Frachtpapiere überall akzeptiert werden.

Echtzeitdaten und Zahlungsabwicklung

Gleichsam zielte der Versuch darauf ab, vielversprechende Technologien für digitale Lieferketten zu identifizieren bzw. herauszufinden, an welchen Stellen es noch hakt. Deshalb wurden die Waren lückenlos getrackt. Die dort generierten Daten liefen auf einer Plattform zusammen, wo sie theoretisch für alle Parteien der Supply Chain verfügbar wären. Derartige Transparenz käme allen zugute: „Datenplattformen wie sie im Bitkom-Experiment verwendet wurden, können künftig allen Beteiligten noch bessere Einblicke in Echtzeit in den Versandprozess liefern“, erläutert der Logistikexperte hierzu.   

Darüber hinaus könnten weitere Zukunftstechnologien zu mehr Effizienz in der Logistik beitragen, darunter künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologie. Alle Daten auf einer Blockchain zusammenzuführen, sei jedoch bislang nicht möglich: Unternehmen legen zum Schutz von Interna oder der eigenen Geschäftsbeziehungen Produktions- und Transportdaten nicht auf einer öffentlichen Blockchain ab, gleichsam würden sich Daten auf der Blockchain und in den eigenen IT-Systemen doppeln. Dem könnte man beispielsweise entgegenwirken, wenn Zugänge zu Dokumenten in geschützten Datensilos autorisiert würden. Dann wäre es möglich, Ereignisse in der Lieferkette in Echtzeit zu mitzuverfolgen, heißt es in der Bitkom-Studie.

Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Währungen sei „zukünftig auch die Abwicklung von Zahlungen über dieselbe Infrastruktur vorstellbar“, so Lange.

/ Geschrieben von Hanna Behn


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