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In Hamburg nimmt eine neue Möglichkeit für innerstädtische Transporte auf der „vorletzten Meile“ immer mehr Gestalt an. 

Hamburg
Vachonya/Shutterstock.com

Der auf Gewerbe- und Logistikimmobilien spezialisierte Projektentwickler Four Parx hat für die Beförderung von Waren in Ballungsgebieten eine neue Lösung erdacht: Durch ein unterirdisches Röhrensystem könne man ein Lager über ca. fünf Kilometer mit einem Verteiler in der Innenstadt verbinden. Das Vorhaben sei tatsächlich technisch umsetzbar und darüber hinaus auch wirtschaftlich, zeigen die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie, mit der Four Parx das Unternehmen Smart City Loop im vergangen Frühjahr 2019 beauftragt hatte.

„In der Vergangenheit ist oft argumentiert worden, unterirdische Transportsysteme seien zu kostenaufwändig oder nicht realisierbar. Im Fall der Machbarkeitsstudie für die Stadt Hamburg konnte klar gezeigt werden, dass dies nicht der Fall ist", zitiert Logistra hierzu Christian Kühnhold, Geschäftsführer von Smart City Loop. Ab Oktober startet nun die konkrete Planungsphase für das Projekt.

Transportröhren führen zu Klima- und Verkehrsentlastung 

In Röhren mit einem Durchmesser von vier Metern sollen die Güter in geeigneten Ladungsträgern wie Paletten und Behälter per moderner Fördertechnik autonom und vollautomatisch transportiert werden. Smart City Loop fungiere dabei als Bindeglied zwischen Logistik- und Distributionszentrum. Auf der letzten Meile sollen die Waren dann mit Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor, z. B. per Lastenrad oder Elektroauto ausgeliefert werden. Neben Paketen, Getränken, Food/ Non-Food Artikeln, Bekleidung und anderen nicht temperaturkritischen Waren könnten auf diesem Wege auch Leergut, Retouren und Wertstoffe von A nach B gelangen.

Wenn das System 300 Tage lang je 24 Stunden betrieben werde, könnten beide Hubs eine Lieferkapazität von 2,7 Millionen Paletten pro Jahr abwickeln. Das käme rund 540.000 Transportfahrten gleich und somit würde dieser Beförderungslösung zu einer CO2-Einsparung von 10.000 Tonnen im Jahr führen, heißt es zu den Studienergebnissen weiter. Gleichsam werde durch weniger Lieferfahrzeuge auch der Verkehr entlastet.

Hamburger Behörde unterstützt das Vorhaben

Nun wird zur Umsetzung der neuen Lieferoption nach geeigneten Grundstücken gesucht, dabei werden die Projektentwickler auch von der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation unterstützt. Für das Verteilzentrum werde ein Standort in Hamburg Mitte oder auch Altona bevorzugt. Darüber hinaus sucht Four Parx nun nach Investoren für den Bau der Röhre. Eine Ausweitung auf andere Städte sei ebenfalls denkbar. 

/ Geschrieben von Hanna Behn


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