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Durch den Einsatz von Lang-Lkw könnten mehrere Tonnen CO2 sowie erhebliche Transportkosten in der Logistik eingespart werden, zeigt eine niederländische Studie. 

Längerer Lkw
Jag_cz / Shutterstock.com

Wenn in den Niederlanden für den Straßengütertransport 32 Meter lange und bis zu 72 Meter schwere Lkw eingesetzt werden, könnten im kommenden Jahr sechs Millionen Euro und 14.000 Tonnen CO2 in der Transport- und Logistikbranche eingespart werden. Bis 2030 wäre es sogar möglich, dass die Zahl der täglichen Fahrten mit diesen Transportmitteln auf 2.000 bis 6.000 steige – sie würden so 15 Prozent des gesamten niederländischen Straßengüterverkehrs abdecken. Dadurch würden sogar 21 bis 63 Millionen Euro weniger Kosten und 14.000 Tonnen CO2 entstehen, heißt es in einer Untersuchung der niederländischen Forschungs- und Beratungsfirmen CE Delft und Buck Consultants International im Auftrag der niederländischen Fördervereinigung „Topsector Logistiek“.

Umfangreiche Einsatzbereiche für Lang-Lkw

Den Studienergebnissen zufolge könnten Lang-Lkw mit dieser Kapazität, sogenannte Super-Eco-Combis (SEC), besonders im Pflanzen- und Palettentransport nützlich sein. Aber auch in der Bau-, Container- und Paketlogistik sowie beim Abfalltransport wäre eine Verwendung bereits möglich. 

Die SEC setzen sich aus der Zugmaschine und zwei 13,60 Meter langen Aufliegern zusammen. Damit liegt die Transportkapazität sogar noch über den bekannter Lang-Lkw, die eine Länge von 25,25 Metern haben und maximal 60 Tonnen Gesamtgewicht erreichen dürfen. Tests mit den SEC sollen noch in diesem Jahr in den Niederlanden beginnen. Für regelmäßigen Einsatz müssten aber sowohl Planungen und Maßnahmen für die passende Infrastruktur beschleunigt werden. Zurzeit dürfen die extrem langen und schweren Transporter nur in Finnland im Normalverkehr fahren, berichtet die Verkehrsrundschau zum Thema. In Deutschland ist der Einsatz von Lkw mit 25,25 Metern Länge derzeit sogar noch auf bestimmte Strecken beschränkt. 

Hermes testet Lang-Lkw in Deutschland 

Erste Tests mit dieser Art Fahrzeuge führt KEP-Dienstleister Hermes bereits seit März 2020 durch. Der „Swap Train“ befördert dabei Sendungen zwischen den beiden Logistikzentren Friedewald und Langenhagen. Der Einsatz des Lang-Lkw spare dank der zusätzlichen Kapazität 25 Tonnen CO2 pro Jahr. 

Das Unternehmen arbeitet aktuell aber daran, das Streckennetz zu erweitern, sodass Lang-Lkw künftig zwischen allen Logistikcentern bzw. Depots verkehren könnten. Wichtig hierfür sei allerdings, dass an den jeweiligen Standorten genügend Platz zum Austausch der Container vorhanden sei, da der Abkopplungsvorgang bei dem langen Fahrzeug aufgrund spezieller Hydraulik-Leitungen komplizierter sei. „Um also einen aufwendigen Abkoppelvorgang zu vermeiden, werden alle drei aufzunehmenden Wechselbrücken an unseren Standorten durch den Ansatzdienst hintereinander gestellt. Der Platzbedarf für diese Vorgehensweise beträgt in der Länge rund 60 Meter“, erklärte hierzu Marco Schlüter, Chief Operations Officer (COO) bei Hermes Germany gegenüber Europtransport. Das sei bisher noch nicht an allen Logistikzentren gegeben.

/ Geschrieben von Hanna Behn


Kommentare

#4 Valentin Würth 2020-08-17 13:35
Ich finde die Originalstudie nirgendwo...ein Link zur Originalstudie wäre hilfreich!
#3 Fabian Budde 2020-08-10 15:39
mich würden die Daten zu der Studie interessieren also die Studie selbst . Denn behaupten kann ich viel , mich intressirt die studie .
#2 Josef Hoellwieser 20 2020-08-06 14:10
Warum sollten die Straßen dadurch schneller kaputtgehen als derzeit? Nur weil derzeit zwei 13,6 m Trailer von 2 Zugmaschinen gezogen werden und beim "neuen System" nur von einer Zugmaschine! Das Gegenteil ist richtig, da eine Zugmaschine wegfällt, sollte die Straßen sogar geringfügig weniger darunter leiden. Übrigens auch beim Bahntransport und anderen Transportarten, wird die Infrastruktur verbraucht. Ein derartiges einseitiges "LKW-Bashing" hilft niemand, im Gegenteil es verhindert möglichweiser zukunftsweisend e Güter-Mobilität slösung oder verzögert deren Einführung. Mehr Mut zu Neuem und vor allem Klimaschutz und zum Wirtschaftsstan dort "Europa" ist das Gebot der Stunde, sollte erste Priorität haben.
#1 Chris Schmidlin 2020-08-06 10:22
Die kaputten Strassen darf dann der Steuerzahler sanieren... wie toll



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