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Wie hat sich die Logistikbranche in Zeiten der Coronakrise entwickelt? Wir geben einen kleinen Überblick über die aktuellen Meldungen.

Covid-19
StarLine/Shutterstock.com

Mit dem Beschluss der bundesweiten Geschäftsschließungen vergangene Woche werden Waren vermehrt online gekauft. Dennoch erleben die KEP-Dienstleister nicht den erwarteten Anstieg bei den Sendungsmengen. DPD berichtet sogar von einem Rückgang bei den Paketlieferungen. Grund sind die deutlich sinkenden Zahlen der Zustellungen an Geschäftskunden. „Die Paketmengen an Firmen und Geschäfte geben stark nach, während Privatpersonen verstärkt den Onlinehandel nutzen“, wird DPD-Chef Eric Malitzke bei Heise Online mit Verweis auf die Deutschen Presse-Agentur zitiert. Viele Betriebe arbeiten aktuell deutlich reduziert und verschicken somit weniger Pakete.

DHL und Hermes konnten unterdessen ein normales Aufkommen der Paketmengen verzeichnen. „Wir sehen bisher normale Sendungsmengen und keinerlei Engpässe“, so ein Sprecher der Deutschen Post DHL Group bei n-tv. Beim Konkurrenten Hermes gibt es ebenfalls „keine Indizien dafür, dass die Corona-Krise die Sendungsmengen zusätzlich erhöht“, wie es nach eigenen Angaben heißt. Allerdings ist es für eine genaue Analyse noch zu zeitig, die tatsächlichen Folgen der Coronakrise auf den Online-Handel insgesamt sind zurzeit „nur in Umrissen erkennbar“, so Hermes weiter.

DHL, Hermes und DPD haben aber inzwischen entsprechende Maßnahmen ergriffen, um die Zustellung kontaktlos ablaufen zu lassen und so Paketboten und Empfänger zu schützen.

Eingeschränkter Lieferservice bei großen Lieferungen

Deutliche Einschnitte gibt es unterdessen bei großen Lieferungen, wie Möbeln, Waschmaschinen oder Elektrogeräte. Wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei verschiedenen Online-Shops und Möbelhäusern ergeben hat, haben neun von zehn Anbieter ihren Speditionsservice aktuell deutlich eingeschränkt. Ein Großteil der Unternehmen (Amazon, Otto, Ikea, AO und Ostermann) liefern nicht mehr bis zum Aufstellungsort, die Ware wird vor der Wohnungstür abgestellt. Bei den Elektroketten Saturn und Mediamarkt endet die Zustellung sogar schon vor der Haustür.

Erheblich eingeschränkt wurde auch der Aufbau-Service. Das Angebot der Montage von Möbeln oder Küchen-Großgeräten lässt sich aktuell nur noch vereinzelt finden.

Hochzeit für Lebensmittel-Lieferdienste

Da sich viele Menschen aufgrund der aktuellen Situation nicht mehr in die Supermärkte trauen, erlebt der Online-Lebensmittelhandel einen wahren Boom. Lieferdienste wie Rewe kommen jetzt schon an ihre Grenzen, verfügbare Lieferfenster findet man teilweise erst wieder in einigen Wochen. Auch beim Online-Supermarkt und Lieferdienst Picnic sind die Folgen des Coronavirus spürbar. „Wir erleben aktuell einen Anstieg in der Nachfrage um fast 50 Prozent“, so Frederic Knaudt, Mitgründer und Deutschlandchef, in einem Artikel der OnlinehändlerNews.

Bisher hatte es der Online-Lebensmittelhandel hierzulande schwer, ob der aktuelle Aufschwung der Branche ein dauerhafter Zustand wird oder nur ein Strohfeuer aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation, wird sich zeigen.

Akuter Mangel an Logistikflächen

Die extrem hohe Nachfrage von bestimmen Produkten stellt den Lebensmitteileinzelhandel aber auch vor logistische Probleme. Hier werden nämlich langsam aber sicher die Lagerflächen knapp, wie Logistra schreibt. Obwohl Supermärkte und Discounter bereits auf den „Weihnachtsmodus“ umgeschaltet haben, fehlt es an Lagerflächen, Edeka, Rewe, Aldi & Co. seien bereits seit zwei Wochen auf der Suche nach verfügbaren Flächen. „Bei den Maklerhäusern stehen die Telefone nicht mehr still. Innerhalb von drei Tagen erreichten alleine uns Anfragen über insgesamt eine Million Quadratmeter Lagerfläche – fast alle aus dem Lebensmitteleinzelhandel und dem Medizinbereich“, so Kuno Neumeier, Logivest-Geschäftsführer und Sprecher des Themenkreises Logistikimmobilien.

Für Hilfe sorgen aktuell Logistikimmobilienentwickler, die Lagerflächen, welche für die langfristige Vermietung vorgesehen sind, den Handelsunternehmen für einen begrenzen Zeitraum von drei bis sechs Monate zur Miete zur Verfügung stellen.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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