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Geht es nach dem Betriebsratschef der Deutschen Post übernimmt in Zukunft nur noch ein Zustellunternehmen die Auslieferung in einem bestimmten Gebiet. Der Vorschlag zur konsolidierten Zustellung kommt bei der Konkurrenz allerdings weniger gut an.

Zusteller mit Wagen
Andrey_Popov / Shutterstock.com

Wie lässt sich die Paketzustellung in Zukunft umweltschonender und effizienter gestalten? Der Vorschlag einer konsolidierten Auslieferung ist nicht neu, wurde jetzt aber noch einmal vom Post-Betriebsrat unterstrichen. Thomas Koczelnik, Chef des Betriebsrats, hat sich offen für Fahrten nur eines einzigen Dienstleisters in jedem Zustellgebiet ausgesprochen. „Es ist nicht mehr zeitgemäß und nicht gut für die Luft, wenn in ein und derselben Straße fünf, sechs verschiedene Paketzusteller vorfahren und ausliefern“, sagte er laut Heise Online gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Methode würde ein KEP-Dienstleister die Auslieferung von Paketen anderer Unternehmen auf der letzten Meile übernehmen und dafür entsprechend entlohnt werden.

Steuerung durch die Bundesnetzagentur

Wie genau die Auslieferung nur noch eines Dienstleisters pro Zustellgebiet aussehen soll, hat sich der Betriebsratschef auch schon überlegt. So sollen vor allem die Kommunen beim Ausschreibungsverfahren stark eingebunden werden. Die Überwachung soll durch die Bundesnetzagentur erfolgen. „Die Behörde kennt sich aus mit Netzzugängen – sie könnte auch beim Paketmarkt dafür sorgen, dass der Nutzen für die Allgemeinheit höher ist als jetzt“, kommentiert Thomas Koczelnik weiter.

Bei der Ausschreibung solle der Fokus dann vor allem auf sozialverträgliche und umweltschonende Standards gelegt werden, um auch den angesprochenen Aspekt der Reduzierung des Schadstoffausstoßes so weit wie möglich zu verfolgen. Dabei hat die Deutsche Post natürlich die Nase vorn. Mit seinen rund 10.000 Streetscootern auf deutschen Straßen gilt der Bonner Konzern als Vorreiter in Sachen klimaneutrale Zustellung.

Wettbewerber wehren sich gegen den Vorschlag

Bei den anderen KEP-Dienstleistern kommt der Vorschlag vom Post-Betriebsrat derweil überhaupt nicht gut an. So hat sich ein Sprecher der DPD bereits kritisch dazu geäußert und betonte, dass bei einem „Einheits-Dienstleister“ der Wettbewerbsvorteil nicht mehr gegeben sei. Außerdem: „Die Zustellfahrzeuge von DPD sind sehr gut ausgelastet“. Dass das Unternehmen auch noch Pakete anderer Konzerne mit aufnehmen könne, wäre also eher schwierig. Auch Hermes zeigt sich skeptisch gegenüber einer konsolidierten Zustellung und verweist ebenfalls auf den dadurch abgebremsten Wettbewerb.

Der Bundesverbands Paket & Express Logistik (BIEK) hat sich im vergangenen Jahr in einer Studie genauer mit einer Gebietskonsolidierung bei KEP-Dienstleister auseinandergesetzt und ist zu dem Schluss gekommen, dass ein solcher Schritt nicht zur Verbesserung der städtischen Logistik führen würde. Alle Details der Studie haben wir an dieser Stelle zusammengefasst.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#4 Michael Graen 2020-01-06 12:44
Super Idee, das Zustellchaos würde weniger, da der jeweilig Zusteller sich gut auskennt uns bei Bedarf auch schon mal bei der Rücktour einen 2. Versuch beim Kunden machen kann. Die Umweltbelastung dürfte auch etwas geringer sein. Wenn Sozialstandards mit eine Rolle spielen, wird sich auch an der Bezahlung der Zusteller etwas zum Guten ändern.
#3 oejendorfer 2020-01-03 11:37
Lieber Postbetriebsrat,
noch haben wir in Deutschland die FREIE MARKTWIRTSCHAFT und nicht die staatliche Monopolwirtscha ft ala ehemalige DDR.
Ich sehe hier nur einen Versuch die Monopolwirtscha ft der Deutschen Post/DHL über das ganze Land einzuführen. Wir sind ein demokratisches Land mit freien Unternehmungen auch im Logiskitbereich . Ich kann mir gut vorstellen, das dann die Post Preise und soziale Dienste bestimmen möchte. Der freie Bürger muss dann zahlen was res koste, wenn er bei den online Händlern Ware bestellt.
Sehr geehrte Damen und Herren des Post Betriebsrates, ich verstehe ja, das auch sie ihre Macht dann gerne weiter ausspielen möchten, aber bedenken sie erst mal bevor sie solche unmöglichen Gedanken in veröffentlichen
mfg
wk ( ein online Händler, der die demokratische Freiheit liebt !)
#2 Gerhard Lzicar 2020-01-03 09:21
Derartige Überlegungen für die letzte Meile halte ich schon für sinnvoll. Eine Arbeitsteilung der Paketdienstleis ter finde ich aber nicht optimal. Ich nutze aus guten Gründen einen bestimmten Dienstleister, da es bei anderen gerade auf der letzten Meile öfters zu Schäden au den Produkten kommt.
In Städten bietet sich ja an kleine, unabhängige Verteilzentren aufzubauen, als Basis für z.B. Fahrradkuriere im Viertel oder zu Abholung. Das entlastet Umwelt und Verkehr und erhöht den Komfort für den Kunden.
Jadrovino
#1 Bert Schanner 2020-01-03 08:16
Applaus! Wir als Händler würden das sehr begrüßen. Der Vorteil liegt auf der Hand, Der zustellende Paketbote kennt seine Kundschaft sehr viel besser, das Vertrauen der Kunden zu Ihm nimmt zu. Auch ist für diese Kollegen der Arbeitstag weniger stressig, da viel Parkplatzsuche wegfällt.
Hier kann je nach Gebiet selbst per Fahrrad ausgeliefert werden.
Man stelle sich nur mal vor, an zentraler Stelle im Gebiet wird ein neutraler Paketcontainer mit angeschlossener automatischer Abholstation hingestellt. Nennen wir ihn mal „Post“!
Alle Paketdienste liefern dort die Pakete an, der Zusteller verteilt diese und unzustellbare Sendungen legt er in die Abholstation.
Das wäre der Traum aller Paketkunden! Hier könnte der Paketbote sogar seine Arbeitszeit frei einteilen und dem Kundenbedarf anpassen.
Wenn sich die Paketdienste nicht bald was einfallen lassen geht das zu Lasten der Kunden. Die Preise werden weiter steigen, der Personalmangel bei Auslieferern wird zunehmen und die Unzufriedenheit mit den Paketdiensten wird sich manifestieren.
HausundWerkstatt24



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