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Online-Riese Amazon will mit neuen Lieferkonzepten die Zustellung auf der letzten Meile verstärkter in die eigenen Hände nehmen. Jetzt hat sich Deutschland-Chef Ralf Kleber über mögliche neue Innovationen geäußert.

Stapel Amazon-Pakete
Jeramey Lende/shutterstock.com

Seit Jahren wird bereits an neuen Zustellkonzepten für die letzte Meile gefeilt. Auch Amazon will die Lieferung immer mehr in die eigenen Hände nehmen und stellt regelmäßig neue Konzepte und Möglichkeiten vor. Dies ist auch notwendig, denn die letzte Meile „schreit nach Innovationen“ wie Deutschlands Amazon-Chef Ralf Kleber jetzt in einem Interview mit der Rheinischen Post betont hat.

Anpassung der Zustellung an den Tagesablauf

Laut Kleber ist auf dem Gebiet der Paketzustellung noch mehr Konsolidierung möglich, auch eine gänzlich neue Methode wirft er in den Hut: „Theoretisch könnte etwa auch ein Taxi-Fahrer unsere Pakete ausliefern“, so der Vorschlag des deutschen Amazon-Chefs. Auch die Optimierung bei den Verpackungen wäre eine Option. „Wir reduzieren weiter den Luftanteil in unseren Paketen, und damit in den Fahrzeugen. Denn von der Wahl der richtigen Verpackungsgrößen hängt ab, wie viele Fahrzeuge wir am Ende auf die Straße schicken müssen“, so der Vorschlag. Amazon selber soll bereits seit Jahren die Verpackungen optimieren, „auch wenn das für den Kunden vielleicht nicht so auffällig ist“, so Kleber weiter.

Laut dem Amazon-Chef hängt allerdings auch viel davon ab, den Kunden direkt beim ersten Versuch das Paket übergeben zu können. Im besten Fall passt sich die Lieferung dem Tagesablauf der Kunden an, dahingehend testet der Konzern bereits einige neue Funktionen in den USA. So wurde bereits im letzten Jahr Amazon Key vorgestellt, bei dem der Bote direkten Zugang zum Haus oder der Wohnung des Empfängers erhält und die Sendung entsprechend abliefern kann. Hierzulande ist eine solche Methode allerdings noch Zukunftsmusik. Die Amerikaner sind laut Kleber derartigen Innovationen offener gegenüber eingestellt und auch etwas „experimentierfreudiger“, in Deutschland hingegen überwiegt neben dem Sicherheitsgedanken vor allem ein Zweifel: „Die schämen sich eher, wenn nicht aufgeräumt ist“, schlussfolgert Ralf Kleber.

Strenge Richtlinien für Subunternehmen

Der akut vorherrschende Fahrermangel scheint Amazon bislang noch nicht davon abgehalten haben, die eigene Lieferflotte kontinuierlich auszubauen, dahingehend soll es laut dem Deutschlandchef keine Probleme geben. Auch der in den letzten Monaten viel diskutierte Einsatz von Subunternehmen und deren angeprangerten schlechten Arbeitsbedingungen sieht man bei Amazon relativ gelassen. „Wir haben strenge Richtlinien, prüfen genau und greifen auch durch, wenn wir etwas finden was unseren Richtlinien nicht entsprechen sollte – aber ich bin natürlich nicht jeden Morgen dort und gucke, ob die alle eingehalten werden. Das ist ja gar nicht möglich.“ In Zukunft könnte auch das Thema E-Mobilität eine größere Rolle bei Amazon spielen. Diesen Bereich schaut man sich laut dem Amazon-Chef schon länger an, wird aber erst damit an die Öffentlichkeit gehen, wenn der Kunde auch tatsächlich etwas davon hat.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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