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Was hat sich in der Logistikbranche in den letzten Tagen so getan? Wir haben das Wichtigste kurz und knapp in unserem Newsflash zusammengefasst.

Lkw auf Straße
© Mindscape studio / shutterstock.com

Aufhebung der Wehrpflicht beeinflusst aktuellen Fahrermangel

Die stressige Weihnachtszeit steht kurz bevor und wird auch in diesem Jahr die Logistikdienstleister wieder an den Rand ihrer Kapazitäten bringen. Besonders der Mangel an Lkw-Fahrern stellt die Unternehmen immer wieder vor große Herausforderungen. Dafür gibt es verschiedene Gründe, einer zeichnet sich aktuell aber besonders ab: Das Ende der Wehrpflicht vor sieben Jahren. Als diese am 1. Juli 2011 in Kraft trat, konnte noch nicht geahnt werden, wie sehr es Jahre später für Probleme in der Logistikbranche sorgen würde. Damals zählte die Bundeswehr zur größten Fahrschule Deutschlands, Tausende junge Männer konnten während ihres Wehrdienstes kostenlos den Lkw-Führerschein machen und diesen im späteren Berufsleben nutzen. Seit dem Wegfall der Wehrpflicht gibt es auch immer weniger Fahrer, wurde bereits vom Portal trans.info festgestellt. Ursprünglich bildete die Bundeswehr jährlich an die 15.000 Lkw-Fahrer aus, diese fallen nun zum großen Teil weg. Logistiker und Spediteure müssen sich in den kommenden Jahren also einiges einfallen lassen, um dem Fahrermangel entgegenzuwirken und den Beruf des Lkw-Fahrers wieder attraktiver zu machen.

Studie: Diese Digitalisierungswerkzeuge sind bereit für die Praxis

Ansätze für die Digitalisierung der Logistik gibt es viele, aber welche sind bereits jetzt für den Praxiseinsatz verfügbar? Mit dieser Frage haben sich die Autoren der Studie „Digitalisierungswerkzeuge in der Logistik: Einsatzpotenziale, Reifegrad und Wertbeitrag“ auseinandergesetzt und 22 Lösungen auf deren Einsatzbereitschaft hin untersucht. Dahingehend konnten die Autoren noch einige Optimierungspotenziale erkennen: Lediglich sechs Werkzeuge wiesen einen hohen Reifegrad auf, unter anderem Wearables, innerbetriebliches ­autonomes Fahren und Drohnen, wie Eurotransport schreibt. Neun Digitalisierungswerkzeuge haben noch einen niedrigen Reifegrad, beispielsweise außerbetriebliches autonomes Fahren oder auch das Dynamic Pricing, hier besteht also noch Nachholbedarf. Trotz dieser unterschiedlichen Reifegrade werden viele der untersuchten Werkzeuge bereits jetzt in der Praxis eingesetzt.

FedEx-Wettbewerb für KMUs ausgeschrieben

FedEx will kleine und mittelständische Unternehmen auf dem Weg zur Globalisierung hin unterstützen und hat dafür bereits zum dritten Mal einen Wettbewerb in Deutschland ausgeschrieben. KMUs mit bis zu 250 Mitarbeitern können sich noch bis zum 28. November unter www.fedex.com/wettbewerb anmelden und ihre Ziele und Erfolgsperspektiven für die eigene Internationalisierung erläutern. Die besten zehn Einsendungen kommen in die zweite Runde und können dort ihre Visionen genauer vorstellen. Ende Januar wird dann der Gewinner und der Zweitplatzierte bekanntgegeben, denen ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro bzw. 10.000 Euro winkt.

DPD eröffnet erstes vollelektrisches Depot in Großbritannien

Das Logistikunternehmen DPD hat auf der Insel das erste vollelektrische Paket-Depot eröffnet. Im Londoner Stadtteil Westminster ansässig, sollen hier täglich an die 2.000 Pakete mithilfe von Elektrofahrzeugen zugestellt werden. Wie DPD schreibt, wurden über eine halbe Million Euro in die Sanierung des Depots investiert, pro Jahr sollen dadurch 45 Tonnen CO2 eingespart werden. Das ultimative Ziel der DPD sei es, die Emission der eigenen Zustell-Flotte komplett auf null herunterzuschrauben. Sieben weitere vollelektrische Depots in Englands Hauptstadt sind bereits in Planung.

 

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#1 Norbert Hagen 2018-10-25 18:54
Nicht nur die Abschaffung der Wehrpflicht ist Ursache für den Fahrermangel! Ich gehe noch weiter: die EU hat 1999 mit der Änderung der Führerscheinkla ssen einen großen Fehler gemacht. Mit der Befristung der LKW-Führerschei nkla ssen auf nur 5 Jahre hat der LKW-Führerschei n stark an Attraktivität verloren! Man merkt dass seit der Existenz der EU-Führerscheinkla ssen die Anzahl der Fahrer abgenommen hat. Das kann kein Zufall sein! Vor 1999 gab es auch keine unsinnige Befristung und an den Blödsinn mit einer zusätzlichen Schlüsselzahl hatte damals niemand gedacht. Und es funktionierte damals problemlos. Die Befristung der LKW-Führerschei ne ist unsinnig, alleine schon deshalb weil moderne LKW schon sehr gute Sicherheitssyst eme bieten. Wäre ich LKW-Fahrer, würde ich die fünfjährige Befristung des Führerscheins und den Schwachsinn mit dem BKrFQG als pure Beleidigung empfinden. Und was soll das mit der medizinischen Untersuchung bewirken? Hat man damit eine Sicherheit vor einem Verkehrsunfall? Natürlich nicht. Denn Übermüdung, Herzinfarkt, Schlaganfall, etc... können diese Untersuchungen nicht entdecken oder gar verhindern. Außerdem kann es schon einen Tag nach dem medizinischen Gutachten zu einem Unfall kommen. Wir sehen: die Befristung ist nichts weiter als eine Selbstillusion der Behörden und man merkt, dass in Brüssel Leute sitzen, die von der Realität "da draußen" überhaupt keine Ahnung haben.



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