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Fast die Hälfte aller Bestellungen kommen nicht direkt beim Empfänger an, so eine Studie. Stattdessen müssen die Wartenden ihre Pakete oft bei Nachbarn abholen. Ein neues Konzept soll jetzt die Zustellung optimieren: der „Kiezbote“.

Mann liefert Paket
© puhhha / shutterstock.com

Gerade zu Weihnachten werden die Pakete und Bestellungen massiv zunehmen – das bringt die Zusteller an ihre Grenzen. Die noch laufende Studie „Identifikation und Bewertung der Anforderungen und Probleme der letzten Meile bei der Zustellung von Waren und Dienstleistungen“ hat festgestellt, dass bei einem Drittel bis zur Hälfte der untersuchten Fälle die bestellte Ware nicht direkt an der Haustür übergeben wird, berichtet logistik-heute.de. Die Pakete landen dann oft bei Nachbarn. „Ohne den freundlichen Nachbarn von nebenan, wäre die Paketzustellung in vielen urbanen Räumen nicht mehr möglich. Eine Zweitzustellung von Sendungen findet so gut wie nicht statt“, erklärt der Studienverantwortliche Dr. Stephan Seeck von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Ein kleiner Teil der nicht zugestellten Waren landet bei Paketshops, Postfilialen oder Packstationen. Laut einer ECC-Studie ist das aber für Hälfte der Besteller keine gute Option.

Pakete kommen nicht an – obwohl die Empfänger zu Hause sind

Überraschend und besonders ärgerlich: In rund 80 Prozent der Fälle gab es keine persönliche Übergabe – obwohl die Empfänger zu Hause waren. Laut Seeck gebe es verschiedene Gründe, warum kein Kontakt zwischen Paketbote und Empfänger zu Stande kam. Auf die Ursachen wurde aber nicht weiter eingegangen. Seeck will die endgültigen Ergebnisse der Studie im Januar 2019 veröffentlichen. 

Dabei ist für zwei Drittel der Befragten die persönliche Zustellung nach Hause immer noch die wichtigste Option. Viele Besteller wünschen sich auch in den Zustellprozess digital eingreifen zu können. Anhand der Studienergebnisse hat Seeck daher das Konzept „Kiezbote“ entwickelt. Demnach soll ein spezieller Lieferant die Zustellung alle Pakete und Bestellungen für einen bestimmten Bereich auf der sogenannten letzten Meile übernehmen. Sämtliche Pakete würden zum Beispiel in einem Ladenlokal gesammelt und dann vom „Kiezboten“ gebündelt zugestellt werden. Ebenso könnte er auch Retouren mitnehmen. Die Empfänger sollen sich dabei per App über den genauen Liefertermin mit dem Zusteller abstimmen können. 

Eine weitere Idee zur Optimierung der Lieferungen hatte jüngst das Unternehmen Pickshare: Es bietet seit kurzem Privatpersonen an, für andere Menschen quasi als Paketshop zu fungieren

 

 

/ Geschrieben von Markus Gärtner


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