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620 Fälle von Ladungsdiebstahl hat die Transportsicherheitsvereinigung TAPA in den ersten drei Monaten dieses Jahres registriert. Spitzenreiter ist Großbritannien mit 382 Fällen. Die gute Nachricht: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen die Diebstähle gesamt um 12,5 Prozent zurück.

Lkw auf Parkplatz
© Henryk Sadura – shutterstock.com

Es gibt gute Nachrichten in puncto Ladungsdiebstähle. Die Transportsicherheitsvereinigung TAPA meldet für die ersten drei Monate des Jahres einen Rückgang um 12,5 Prozent. In absoluten Zahlen sind das insgesamt 620 Diebstähle, die in 23 Ländern den Regionen Europa, Naher Osten und Afrika (Emea) gemeldet wurden. Die Dunkelziffer liegt jedoch wahrscheinlich darüber, da die Datenlage eher schwierig ist. Der Grund: Aus einigen Ländern, unter anderem auch Deutschland, werden die Frachtdiebstähle nicht in den polizeilichen Kriminalstatistiken erfasst.

Größter Einzelschaden: rund zwei Millionen Euro

Über die Hälfte der gemeldeten Frachtdiebstähle (382) fanden laut DVZ in Großbritannien statt. Auch hier handelt es sich um ein Minus von 8,4 Prozent. 92 Prozent der Delikte entfielen jedoch nur auf sieben Länder.

Der finanzielle Schaden beläuft sich laut TAPA auf 26,5 Millionen Euro, wobei nur bei rund 70 Prozent der Fälle der Beutewert bekannt war. Bei diesen Delikten, so die DVZ, lag der Verlustwert durchschnittliche bei etwa 61.000 Euro. Insgesamt wurden 70 Diebstähle mit einem Diebstahlswert von 50.000 bis 100.000 EUR bekannt. Bei 49 Diebstählen mit einem Verlust von mehr als 100.000 Euro betrug der Schaden durchschnittlich rund 310.000 Euro und liegt insgesamt bei 15,2 Millionen Euro. Beim Diebstahl mit dem größten Einzelschaden lag der Wert bei rund zwei Millionen Euro – dabei handelt es sich um einen Lkw, der auf dem Weg nach Rumänien war und Autoteile geladen hatte.

Nahrungsmittel und Getränke im Fokus der Diebe

Häufigster Tatort sind dabei erneut ungesicherte Parkplätze. Bei sieben von zehn Fällen wurde dort die Ladung vom Lkw gestohlen, wobei die Zahl der Delikte um 15 Prozent auf 435 zurückging. Was das gestohlene Produktsortiment angeht, bleiben die Diebe divers – die Täter haben es generell auf alles abgesehen, „was sich zu Geld machen lässt, darunter Konsumgüter jedweder Art, Pharmaprodukte, Autoteile sowie Schmuck/Edelmetalle.“ TAPA konnte jedoch feststellen, dass vor allem Nahrungsmittel und Getränke wieder stark in den Fokus der Diebe geraten sind. Die Quote liegt hier bei 16,4 Prozent.

Im vergangenen Jahr registrierte man bei der TAPA 2.880 Frachtdiebstähle und damit Rekord. Bei der Transportsicherheitsvereinigung ging man davon aus, dass der Wert 2018 weiter steigen würde – es war von einem zweistelligen Wachstum die Rede. Nun stellt sich die Frage, ob der niedrige Wert für Q1 2018 an der problematischen Datenlage liegt, oder ob die Diebstähle tatsächlich gesunken sind. Die TAPA wertete die 2017 gestiegene Anzahl an angemeldeten Diebstählen als positiv, denn die könnte nach Meinung der DVZ bedeuten, dass es gelungen ist, weitere Erkenntnisse zu sammeln, was den Experten zufolge letztlich dabei hilft, die Lieferketten sicherer zu machen.

/ Geschrieben von Julia Ptock


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