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Palettenschulden stellen für Logisitiker und Dienstleister unnötigen Ärger und Kosten dar. Um diesem Einhalt zu gebieten, will die Standardisierungs-Gesellschaft GS1 künftig auf Blockchain setzen.

Paletten-Stapel
© PC.pimpilar / shutterstock.com

Der Gebrauch von Paletten ist für Logistiker heutzutage unersetzlich. Werden Waren geliefert oder verschickt, kann der anschließende Palettentausch allerdings oft zu Ärger oder sogar der sogenannten Palettenschuld führen. Dieses Problem geht die Standardisierungs-Gesellschaft GS1 jetzt aktiv an und setzt dabei auf Blockchain. In einem Projekt will das Unternehmen testen, inwieweit sich der Ladungsträgertausch über eine dezentrale Datenbank organisieren lässt. In der Digitalisierung des altbewährten Palettenscheins sieht man bei GS1 „großes Disruptionspotenzial“. Aus diesem Grund möchte das Unternehmen nun endlich die nötigen Erfahrungen sammeln. „Es wird viel von den Möglichkeiten der Blockchain gesprochen, aber wenig ausprobiert“, betont Regina Haas-Hamannt, Leiterin Innovation bei GS1 Germany in der Deutschen Verkehrszeitung.

Testballon Palettentausch

Bei der Blockchain werden Daten auf einer dezentralen Datenbank gespeichert, die zwar als besonders sicher gilt, auf die aber dennoch alle Beteiligten mühelos drauf zugreifen können. Das man sich bei GS1 genau für dieses Thema als Erprobung entschieden hat, erklärt Haas-Hamannt so: „Der Palettenschein bietet sich an, weil dieses Thema noch nicht digitalisiert ist. Da gibt es noch viel zu tun.“ Der Test wird in verschiedenen Phasen ablaufen, wobei man mit einer klaren Definition des Testobjekts beginnen muss. Danach wird die technische Infrastruktur erschaffen bevor man einen ersten Testlauf durchführen kann. Ist das alles erledigt, können die ersten Paletten verschickt werden. Technische Unterstützung erhält GS1 von SAP sowie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Projekt kommt nur langsam ins Rollen

Wie schwierig und komplex dieses System ist, zeigt sich bereits ganz zu Beginn des Projekts. Der Start, welcher für Ende Februar angesetzt war, musste bereits auf Mitte April verschoben werden, die Gründe sind vielfältig. Zum einen sei das erste Treffen wegen Krankheiten der Teilnehmer und Flugausfällen verschoben worden, zum anderem müsse man bei GS1 selber noch einige wichtige Details klären. „Das Thema hat viele Aspekte, von denen wir nicht erwartet haben, dass sie so eine große Rolle spielen“, erklärt Unternehmens-Sprecherin Sandra Wagner. „Zum Beispiel, dass es für viele Firmen auch ein großes Problem ist, dass Paletten gestohlen werden.“ Damit ein solches Projekt die gewünschten Ergebnisse bringt, muss es „sauber aufgesetzt werden“, so Wagner.

Welche Unternehmen genau an dem von GS1 initiierten Testlauf mitmachen, ist noch nicht bekannt, allerdings gibt es Spekulationen um einen großen Einzelhandels-Konzern sowie einen Gemüseproduzenten.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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