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Der Begriff Same Day Delivery wird gerne im Kontext des E-Commerce genannt, und was für Unternehmen ungeahnte und neue Potenziale erschließen soll, stellt die Logistik durchaus vor neue Herausforderungen.

 

Eine viel befahrene Autobahn
© rasica - Fotolia.com

 

Same Day Delivery, also die Lieferung noch am selben Tag des Bestellungseingangs, könnte der Trend der Zukunft im Handeln sein. Das legen zumindest Studien und Experten nahe. Doch lange nicht jedes Unternehmen ist in der Lage, „out of the box“, also aus dem Stand heraus, die Betriebsprozesse auf Same Day Delivery umzustellen.

 

Das digitale Zeitalter und die „Sofortness"

 

Nicht jedes Unternehmen und jede eingesetzte Software ist heute in der Lage, die benötigten Prozesse für Same Day Delivery abzubilden. Weiterhin ist eine entsprechende Infrastruktur erforderlich, um den Kunden - aktuell vorerst in den Ballungszentren - innerhalb weniger Stunden und in bis zu 90 Minuten, mit der gewünschten Ware beliefern zu können.

 

Aber warum übt dieses Thema im Online-Handel überhaupt eine solche Faszination aus? Aktuell gibt es wohl kaum ein Servicethema im E-Commerce, das mehr polarisiert und Experten in ihren Meinungen spaltet.

 

Im digitalen Zeitalter wurde der Begriff „Sofortness“ geprägt. Dieser steht inzwischen durchaus für sich alleine und drückt das Lebensgefühl aus, alles umgehend und sofort verfügbar zu haben, ein Gefühl, das sich zum Beispiel im klassischen Einzelhandel sehr schnell befriedigen lässt.

 

Somit könnte Same Day Delivery auch die Lücke zwischen dem stationären und dem Online- Handel schließen, zumindest scheint das die Sehnsucht zu sein. Hinzu kommt, dass eine inzwischen selbstverständliche Erwartungshaltung seitens der Kunden, durch weitere positive Serviceimpulse angereichert wird.


Newegg, eBay und Amazon investieren in Same Day Delivery

 

Aktuellen Medienberichten zufolge, bietet zum Beispiel der US-Händler Newegg einen Same Day Delivery-Service auf eigene Faust an. Das Unternehmen Newegg, das hauptsächlich elektronische Ware über seinen Online-Shop anbietet, liefert seine Ware dafür – vorerst nur in Los Angeles – mit eigenen Fahrzeugen aus. Ähnliche Projekte verfolgen auch in Los Angeles die Unternehmen Amazon und eBay.

 

Neben der Beeinflussbarkeit der eigenen Prozesskette, kann ein durchgängiges Einkaufserlebnis realisiert werden, vom ersten Touchpoint zum Kunden bis zur Übergabe der Ware, etwas was ein klassischer Frachtführer in Punkto Emotionen nicht leisten kann.

 

Aber auch Spezialisten wie Tiramizoo oder der ursprüngliche Vorreiter Shutl, der heute zu eBay gehört, bieten ausgefeilte Services an, um Online-Kunden zeitnah zu beliefern. Auch die klassischen Frachtführer wie DHL, UPS oder TNT beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Same Day Delivery und wollen diesen Service zukünftig weiter ausbauen.

 

Auch wenn sich Experten aktuell nicht einigen können, inwieweit sich Same Day Delivery flächendeckend durchsetzen wird, herrscht Einigkeit darüber, dass sich diese Versandform fest etablieren und langfristig einen beachtlichen Teil der Sendungen ausmachen wird.

 

McKinsey berichtet auf seiner Website von einem Marktvolumen in Höhe von 3 Milliarden Euro für Same Day Delivery bis 2020. Damit soll Same Day Delivery bis zu diesem Zeitpunkt gut 15 Prozent des mit Standardpaketen erreichten Umsatzes ausmachen (Stand heute: Weniger als 1 Prozent).

 

Same Day Delivery: Eine Herausforderung für die Logistik

 

In der Logistik bauen Prozesse aufeinander auf, ergänzen sich, und sind idealerweise soweit optimiert, dass diese effizient in Bezug auf Kosten, Service und Performance sind.

 

Um die neuen Anforderungen auch realisieren zu können, benötigen Unternehmen eine Software, welche entsprechende Prozesse in Bezug auf die Umsetzung von Same Day Delivery auch unterstützt. Sie muss in der Lage sein Auftragsoptimierungen so zu steuern, dass neben allen Optimierungsgedanken in der Logistik, auch manuelle Prozesse greifen und parallel laufen können, um diese Aufträge ad hoc in der Logistik zusammenstellen zu können, und gleichzeitig die dadurch hohen Kosten in einem vertretbaren Rahmen zu halten.

 

Auch die Vernetzung zwischen der Logistik und dem stationären Handel, sofern vorhanden, ist hierbei von Vorteil, denn über die Systeme können Lieferungen auch aus den eigenen Läden vor Ort angestoßen und realisiert werden.

 

Somit ist es durchaus ratsam sich in der Logistik mit dem Thema Same Day Delivery zu befassen, auch wenn vielleicht das Marketing oder die Unternehmensleitung in vielen Fällen noch keine Schwerpunkte legen möchte.

 

Sollten gerade Planungen im Rahmen von Logistikmodernisierungen oder -Erweiterungen anstehen oder Softwareentscheidungen eine Rolle spielen, dann bietet sich eine Berücksichtigung etwaiger Same Day Delivery-Anforderungen im Moment sogar direkt an.

 

Aber auch Unternehmen mit einer entsprechenden Infrastruktur und zum Beispiel Ladengeschäften in Großstadtnähe, könnten hier erste Erfahrungen sammeln, um diese Versandform später erweitert anbieten zu können.

 

Bei aller Euphorie zeigt die Praxis aber, dass am Ende natürlich immer der Kunde entscheidet. Doch wenn ein Service, nach der ganzen „Geiz ist geil“-Mentalität der letzten Jahre heutzutage auch mal wieder etwas Geld kosten darf, dann ist das doch durchaus eine positive Entwicklung.

 

 

/ Geschrieben von Randy Meinhard


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