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Wer einmal bei Amazon in einem der Logistikzentren gestanden hat, kennt die Ausmaße, die ein Lager annehmen kann. Mehrere Stockwerke mit Hundertausenden von Produkten, mehrere Hundert Mitarbeiter, die entweder neue Ware einsortieren, picken oder verpacken. Alles ist durchorganisiert, alles ist an seinem Platz. Schnell denkt man an eine Ameisenkolonie oder einen Bienenstock. Amazons sehr gut organisierte Lagerlogistik ist für den Erfolg des Versandhändlers mitverantwortlich.

Lagerhaus
© Nordroden – shutterstock.com

Kein Wunder also, dass immer mehr Online- bzw. Versandhändler ständig darum bemüht sind, ihre intralogistischen Prozesse zu verbessern. Dafür bedarf es auch einer optimierten Lagerhaltung. Je besser diese gestaltet ist, desto schneller und präziser kann bestellte Ware kommissioniert werden. Welche Möglichkeiten hat man jetzt aber vor allem als kleiner oder mittelständischer Online-Händler, um sein Lager und damit auch die vorhandene Fläche bestmöglich zu nutzen? Neben dem Festplatzsystem hat sich die dynamische bzw. chaotische Lagerhaltung, die auch Freiplatzsystem genannt wird, als bewährte Lösung etabliert. Neben der Vorstellung der beiden Konzepte zeigen wir in diesem Artikel auch, woran man erkennt, ob die eigenen intralogistischen Prozesse vielleicht mal einem Update unterzogen werden müssen.

Statisch oder chaotisch, das ist hier die Frage

In der Lagerhaltung haben sich zwei Strategien etabliert. In der statischen Lagerhaltung bzw. dem Festplatzsystem wird jedem Gut ein fester Platz zugewiesen, wo auch nur genau dieses gelagert werden darf. Das Konzept eignet sich dabei vor allem für Güter mit einer geringen Schwankung des mittleren Lagerbestandes, da durch den festen Lagerplatz eine geringe Packdichte erreicht wird. Der Vorteil des Festplatzsystems liegt dabei vor allem in seiner Visualisierung. Man erkennt sofort, ob von dem einen Produkt zu viel oder zu wenig da ist. Da aber, wie bereits angedeutet, bei diesem System vergleichsweise viel Platz verloren geht, eignet es sich vor allem für Kleinstunternehmen, die ein überschaubares Warensortiment haben und ihr Lager im Arbeitszimmer in der Wohnung betreiben können.

Für alle, die über ein umfangreicheres Warensortiment verfügen, eignet sich die chaotische Lagerhaltung. Und wie der Name schon sagt, wirkt das System auf Außenstehende auch erst mal äußerst chaotisch. Doch das System hat System. Oder sollte es zumindest haben. Wer auf eine dynamische Lagerhaltung setzt, kann dies nicht ohne eine Lagerverwaltungssoftware beziehungsweise ein Warehouse-Management-System. Diese sind Herr und Meister über die freien Regalplätze und die Lagerplätze der einzelnen Artikel.

Wie funktioniert die chaotische Lagerhaltung? Der mit einem Handscanner ausgerüstete Mitarbeiter sucht den vorgegebenen freien Regalplatz und lagert dort die neue Ware ein. Dabei sind  jeder einzelne Lagerplatz und jedes Produkt mit einem Barcode eindeutig gekennzeichnet. Beide Codes müssen gescannt werden, denn nur so weiß die Lagerverwaltungssoftware, dass sich der entsprechende Artikel nun an der vorgesehenen Position im Regal befindet. Beim Picken läuft es dann genauso – auch hier schickt die Software den Mitarbeiter an das entsprechende Regal. Das Scannen beider Codes ist auch hier notwendig.

Die Lagerverwaltungssoftware weiß alles

Das System der chaotischen Lagerhaltung scheint für uns Menschen zwar verwirrend, doch die Software behält den Überblick und sorgt für eine optimale und effiziente Ausnutzung des Lagers. Um es auf den Punkt zu bringen: Die chaotische Lagerhaltung ist ein äußerst komplexes System – weit komplexer als die Festplatzlagerung.

In der Software sind neben Artikelname und Artikelnummer Informationen über Größe, Volumen, Gewicht oder Haltbarkeit des Produktes hinterlegt. Auf Basis dieser Daten wird der passende Platz herausgesucht bzw. die passende Lagerstrategie erstellt. So weiß die Software unter anderem auch, welches Produkt häufig bestellt wird, und lagert dies im besten Fall an leichter und schneller erreichbaren Plätzen ein als Artikel, die sich seltener verkaufen und von den Arbeitern somit weniger häufig angesteuert werden müssen.

Abhängig von der Frequenz werden Artikel für das Lager in eine ABC-Klassifizierung eingeteilt:

Gruppe A - Fast Moving Consumer Goods

Da diese Produkte nie lang liegen, werden sie dort positioniert, wo sie schnell erreichbar sind. Oft werden sie direkt auf Paletten gelagert.

Gruppe B

Diese Artikel werden seltener bestellt als die der Gruppe A. Entsprechend werden sie an einer zentralen Position gelagert,  wo sie ebenfalls einfach abzuholen sind.

Gruppe C

Das sind Produkte, die eine vergleichsweise lange Liegedauer haben. Entsprechend werden sie in einem hinteren Bereich des Lagers verstaut.

 


OHM Juli 2017

© Händlerbund

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Auszug aus Juli Ausgabe des Onlinehändler Magazins. Weiterhin beschäftigen wir uns eingehend mit dem Online-Verkauf von Waschmaschinen und Co. In dem Artikel geht es unter anderem um die Frage, wie gut sich weiße Ware bereits im Internet verkauft und welche rechtlichen Besonderheiten bei dieser Produktgruppe beachtet werden müssen. 

Aber auch darüber hinaus finden Sie im Heft jede Menge Hintergründe zum Online-Handel. Wir erklären etwa, wie Online-Händler sich vor den gefürchteten DDoS-Attacken schützen können und wie sie Call-to-Action-Elemente richtig in ihrem Shop anwenden. Außerdem wagen wir einen Vergleich der beiden großen Marktplätze Amazon und Ebay und zeigen, wo die Unterschiede liegen.

Sie können sich das Heft unter folgendem Link kostenlos herunterladen:

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/ Geschrieben von Julia Ptock


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