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Die Logistik-Branche durchläuft aktuell eine technologische Revolution. Elektrofahrzeuge, Drohnen und kleine Roboter sollen sämtlich Prozesse vereinfachen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die Transportverpackungen einer umfassenden Überholung unterziehen lassen müssen. Das Fraunhofer-Institut hat jetzt die verschiedenen Möglichkeiten untersucht.

Verpackungsmaterial
© Andrei Mayatnik / shutterstock.com

Die Digitalisierung der Transportprozesse wirkt sich über kurz oder lang unmittelbar auf die Transportverpackungen aus. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML hat sich dieser Entwicklung jetzt angenommen und in der Studie für den Verband der Wellpappen-Industrie (VDW) die verschiedenen Möglichkeiten für die „Zukunft der Verpackung“ untersucht. Die Forscher am Fraunhofer IML um Teamleiterin Christiane Auffermann sind sich sicher, dass man unmittelbar „vor einer neuen industriellen Revolution“ steht. „Das betrifft zum Beispiel intelligente Behälter und Sensorik zur Transportüberwachung ebenso wie AutoID-Systeme, 3D-Druck, Fingerprint-ID-Verfahren für Papier und Pappe sowie autonome Transportsysteme“, so Christiane Auffermann auf Logistik Heute.

Wellpappe nach wie vor gefragt in der Supply Chain

Die Wellpappe wird seit Jahren erfolgreich als Verpackungsmaterial eingesetzt. Trotz der voranschreitenden Digitalisierung sehen Experten weiterhin die Wellpappe als ein zentrales Material für Transportverpackungen. Denn die unterschiedlichen Transportmöglichkeiten verlangen auch unterschiedliche Eigenschaften vom Verpackungsmaterial. Genau da kann die Wellpappe ihre Vielseitigkeit zum Ausdruck bringen.

Egal welches Transportmittel sich in Zukunft für die Zustellung auch durchsetzen wird, die Expertin des Fraunhofer-Institutes sieht ganz klar einen Bedarf hin zu einem Sensor, welcher in der Verpackung integriert ist und so Informationen über den Zustand der Ware liefert. Anhand der Daten kann der Inhalt kontinuierlich auf seine Unversehrtheit hin überwacht werden. „Im Idealfall wird der Zusteller gewarnt und liefert das beschädigte Paket mit dem empfindlichen Tablet darin gar nicht erst aus“, nennt Auffermann die Vorzüge. Damit lässt sich auch kontrollieren und nachweisen, ob das Paket über die gesamte Lieferkette hinweg korrekt behandelt wurde.

AutoID-Technologien für effiziente Transport-Prozesse

Automatische Identifikationen werden bereits seit mehreren Jahren erfolgreich in der Logistik-Branche eingesetzt. Besonders das System RFID kann schon lange überzeugen. „Der Vorteil der RFID-Technologie ist die berührungslose automatische Identifikation von Warensendungen“, beschreibt die Fraunhofer-Expertin die Vorteile. Besonders der Aufdruck wichtiger Informationen auf die Wellpappenverpackungen könnte in Zukunft die Kosten der RFID-Datenträger reduzieren.

Besonders viel Potenzial sehen die Forscher bei der Fingerprint-ID. Hier erhält, analog dem menschlichen Fingerabdruck, jede Transportverpackung seine ganz eigene Faserstruktur. Dieser werden bestimmte Informationen hinterlegt, die anschließend mit dem Scannen der Verpackung aufgerufen werden können. „Diese Technologie hat den Vorteil, dass die Anbringung von Labeln auf der Verpackung entfällt – das würde vor allem im Onlinehandel zu relevanten Einspar­effekten führen“, erläutert Auffermann. Die nötige Technologie dazu steckt noch in den Kinderschuhen und wird aktuell vom Fraunhofer-Institut genauer erforscht. „Der Verzicht auf Labels, Tags und andere Datenträger spart Material und macht das Recycling einfacher. Sollte sich die Fingerprint-ID von Papier- und Wellpappenverpackungen durchsetzen, wäre das ein echter ökologischer Fortschritt“ fasst Christiane Auffermann diese vielversprechende Technologie zusammen.

 

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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