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Wer keine Lust hat, seinem Paket hinterherzurennen, weil es nicht zuhause zugestellt werden konnte, der kann sich Pakx anschauen. Das Unternehmen verspricht eine personalisierte Zustellung von Paketen. Im Interview erklärt der Gründer Elias Kuby, wie das Prinzip funktioniert.

Paxk will personalisierter zustellen.

© Pakx

Logistik-Watchblog: Worin liegt der Mehrwert für den Kunden bei der Nutzung von Pakx?

Elias Kuby: Pakx löst das Problem der letzten Meile im Online-Shopping. Jeder, der im Internet bestellt, aber tagsüber nicht zu Hause ist, kennt das Problem verpasster Pakete. Die allseits bekannte Zustellbenachrichtigung kündigt an, dass man nun entweder zur Postfiliale laufen muss (innerhalb kundenunfreundlicher Öffnungszeiten), ewig in der Schlange stehen und anschließend seine Pakete durch die Stadt schleppen muss. Oder man muss sich auf die Suche nach dem Nachbarn machen, der ein Paket angenommen hat und hoffen, dass dieser auch zu Hause ist. Paketshops sind häufig weit entfernt und haben abends schon oft geschlossen. Eine Packstation haben auch nur wenige in unmittelbarer Nähe, außerdem ist sie oft überfüllt und funktioniert zudem nur mit Paketen von DHL.

Wer sich bei Pakx registriert, erhält eine individuelle Adresse, die für zukünftige Bestellungen im Online-Shop einfach als Lieferadresse angegeben wird. Pakete an diese Adresse gehen direkt zu Pakx, wo sie anhand einer ID dem richtigen Empfänger zugeordnet werden. Sobald ein Paket bei Pakx eintrifft, erhält der Empfänger umgehend eine Benachrichtigung und kann mit wenigen Klicks online seinen Wunschtermin wählen. Pakx liefert auf Wunsch noch am gleichen Abend in zwei Zeitfenstern (19-21 Uhr und 21-23 Uhr), optional ruft der Fahrer sogar an, anstatt zu klingeln.

Pakx funktioniert übrigens mit allen Zustellern und Online-Shops, außerdem kann der Service kostenlos getestet werden. Zudem wird es bald möglich sein, mit Pakx auch Pakete zu verschicken und Retouren direkt vom Fahrer an der Wohnungstür abholen zu lassen.

Logistik-Watchblog: Richtet sich Pakx nur an private Endkunden, oder auch an B2B-Kunden?

Elias Kuby: Pakx wurde für private Endkunden entwickelt, denn genau hier ist das Problem verpasster Pakete am größten. Gewerbliche Kunden sind tagsüber in der Regel anwesend, daher konzentriert sich Pakx ganz bewusst auf die Zustellung an Privatkunden in den Abendstunden. Zudem sind abends die zur Verfügung stehenden Ressourcen von Logistikpartnern größer. Die zusätzliche Auslastung von Flotten, die ohne Pakx abends ungenutzt wären, ist ein wichtiger Eckpfeiler des Geschäftsmodells.

Was wir aber zunehmend erhalten, sind gezielte Anfragen von Online Shops und Versendern, die ihren Kunden gerne direkt im Shop die Lieferung zur Wunschzeit anbieten möchten. Die Vorteile sind offensichtlich: Gerade in umkämpften Branchen kann sich ein Händler durch das Anbieten einer Zustellung zur Wunschzeit deutlich von seinen Wettbewerbern abheben und seine Umsätze steigern. Hier arbeiten wir bereits mit ersten Shops zusammen und entwickeln gemeinsam eine Integration von Pakx als Zustelloption, direkt im Checkout-Prozess.

Logistik-Watchblog: Welchen Vorteil haben DHL, Hermes & Co durch Pakx?

Elias Kuby: Interessanterweise könnte man zunächst annehmen, dass es eine Wettbewerbssituation zwischen Pakx und den großen Zustellern wie z.B. DHL gibt. Tatsächlich aber profitieren gerade diese ganz besonders von Pakx, denn wir erhöhen deren Erstzustellquote signifikant. Ein Fahrer zum Beispiel, der für die Zustellung von 150 Paketen bislang den ganzen Tag benötigt hat, kann dies bei Pakx gebündelt in wenigen Minuten - die Kostenersparnis liegt auf der Hand.

Logistik-Watchblog: Wie finanziert sich Pakx? Welche Kosten kommen auf die Endkunden zu?

Elias Kuby: Ende letzten Jahres hat Pakx eine sechsstellige Seed Finanzierung erhalten. Zu den Investoren zählen unter anderem auch ein Logistikunternehmen sowie der Gründer eines namhaften deutschen Startups.

Für den Service von Pakx bezahlen unsere Kunden derzeit 4,90 Euro pro Zustellung. Dafür nehmen wir die Pakete garantiert an, lagern sie sicher bis zu 30 Tage und stellen zum abendlichen Wunschtermin zu. Wichtig ist auch, dass Pakete ohne Aufpreis gebündelt werden können.

Logistik-Watchblog: Wie wird Pakx bislang von den Kunden angenommen?

Elias Kuby: Obwohl Pakx erst im Herbst gegründet wurde, erfreut sich der Service an unserem ersten Standort München bereits großer Beliebtheit. Hunderte zufriedene Kunden und tausende bereits zugestellte Pakete zeigen, dass Pakx einen Nerv getroffen hat. Als wir begonnen haben, die ersten Pakete zuzustellen, gab es nicht selten ungläubige Blicke an der Tür. Unsere Fahrer berichteten uns oft von ungläubigen Blicken, weil viele Kunden kaum glauben können, dass dieser Service nun tatsächlich existiert.

Von Beginn an haben wir auch auf allen Kanälen unglaublich positives Feedback erhalten. Das ist natürlich eine tolle Motivation und für uns ein Grund mehr, den Service noch im Frühling auch in weiteren deutschen Städten anzubieten.

Über die Gründer von Pakx:

Die Gründer von Pakx.

Elias Kuby und Patrick Rexroth sind die Gründer von Pakx. Beide haben jahrelang als Führungskräfte in internationalen Konzernen gearbeitet.

  

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta