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Das StartUp Emmasbox hat eine gekühlte Abholbox für Lebensmittel auf den Markt gebracht. Damit verbindet das Unternehmen das Thema Online-Bestellung mit einem Click-&-Collect-Service. Unternehmensgründer Michael Reichelt hat uns berichtet, wie das Unternehmen auf die Idee kam, worin die Vorteile der Boxen liegen und welche Trends er für den Online-Handel mit Lebensmitteln erwartet.

gekühlte Lebensmittelbox
© Emmasbox

Als Gründungsmythos für die gekühlten Abholboxen führt Michael Reichelt, Gründer des Logistik-StartUps Emmasbox, die Schwierigkeiten des Alltagseinkaufs nach 20 bzw. 21 Uhr ins Feld. Da sich Michael Reichelt zum damaligen Zeitpunkt ohnehin wissenschaftlich mit dem Thema Logistik auseinandersetzte, kamen er und die beiden anderen Gründer von Emmasbox auf die Idee, „dass eine gekühlte Abholstation die ideale Lösung für die letzte Meile im Online-Handel wäre“. Ursprünglich haben drei Personen das Unternehmen Emmasbox auf die Beine gestellt. Inzwischen arbeiten 12 Angestellte, darunter auch Hardware- und Software-Entwickler, für das Team, das 2014 nach einem ersten Messeauftritt die erste Kühlbox auf den Markt gebracht hat. Erster Kunde war die österreichische Unimarkt-Gruppe. Später kamen weitere Kunden hinzu.

Supermärkte als Kundenkreis für Lebensmittelboxen

Momentan gibt es die gekühlten Lebensmittelboxen vorwiegend im süddeutschen und österreichischen Raum. Auf die Frage, ob eine Expansion in andere Regionen geplant sei, stellt Michael Reichelt klar, dass Emmasbox die Kühlboxen nicht selbst aufbaut, sondern lediglich an Kunden verkauft. Der Kundenkreis setzt sich dabei aus verschiedenen Supermärkten zusammen, die sich für den jeweiligen Standort entscheiden. So habe kürzlich Edeka nahe Ingolstadt eine Kühlbox installiert, die sich direkt neben einem Supermarkt befindet und damit ideal für Click & Collect aus dem Markt ist. Gleichwohl könne der Click-&-Collect-Standort auch dort gewählt werden, wo kein Supermarkt in unmittelbarer Nähe sei.

Vorteile: Modularer Aufbau und flexible Kühltemperatur

Doch was zeichnet die gekühlten Lebensmittelboxen eigentlich aus? Die Kühlung der Boxen ermöglicht flexible Temperaturen zwischen +20 Grad Celsius und -20 Grad Celsius und funktioniert ohne Trockeneis oder Kühlakkus. Stattdessen ähnelt das Prinzip dem heimischen Kühlschrank. Der entscheidende Vorteil ist der modulare Aufbau der Kühlboxen, der sich somit individuell an den jeweiligen Standort anpassen lässt. Dies sei wichtig, da manche Standorte weniger Platz böten als andere und sich zudem auch die Kundenanzahl unterscheide. Dank der unterschiedlichen Kühltemperaturen könnten auch die Händler Boxen nach ihren Kühlvorlieben nutzen. Beispielsweise benötigen Obst- oder Gemüse-Händler eine weniger geringe Temperatur als Bofrost, führt Michael Reichelt aus. Generell bieten sich die Lebensmittelboxen von Emmasbox für jegliche Lebensmittel an, da diese sonst das Problem der Online-Bestellung ad absurdum führen würden. Denn ansonsten könnten die Kunden nur einen Teil der gewünschten Lebensmittel per Click & Collect bestellen, der andere Teil müsste stationär eingekauft werden.

Trend für die Lebensmittellogistik: Abholung und Heimzustellung bleiben wichtig

Bei der Frage nach Trends für den Online-Handel mit Lebensmitteln bringt es Michael Reichelt wie folgt auf den Punkt. „Der Lebensmittel-Händler per se hat die gesamte Bevölkerung Deutschlands als Zielgruppe. Demografisch ist alles dabei. Im Wochenrhythmus hat diese Zielgruppe natürlich unterschiedliche Bedürfnisse. Nur ein sehr kleiner Teil holt immer nur Sachen ab. Nur ein sehr kleiner Teil lässt sich Sachen nach Hause liefern. Der überwiegende Teil, da schließe ich mich auch ein, wünscht sich bei manchen Sachen eine Abholung und bei manchen Sachen eine Heimzustellung. Die Heimzustellung hat Vor- und Nachteile, die Abholung hat Vor- und Nachteile.“

Somit wird es seiner Meinung nach in den kommenden Jahren vor allem darum gehen, einen ausgewogenen Mix aus Click & Collect und der Heimzustellung zu schaffen. Denn bei einigen Lebensmitteln sei eine sofortige Lieferung erwünscht. Bei anderen Lebensmitteln reicht die Abholung zu einem bestimmten Zeitpunkt völlig aus, zum Beispiel wenn sich die Abholung mit dem regelmäßigen Kauf, beziehungsweise dem Genusseinkauf verbinden lässt.

Über Michael Reichelt

Michael Reichelt

© Emmasbox

Michael Reichelt studierte an der Technischen Universität München Maschinenbau und Finance. 2013 gründete er mit zwei weiteren Personen, die er während seines Studiums kennenlernte, das StartUp Emmasbox, das Abholstationen für Lebensmittel vertreibt, die online gekauft werden.



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